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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 253

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 253 (sequence 253)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 253 — wollen eine Jugend heranziehen, die in Palästina bleibt und die Liebe zti Palästina behält und die denen folgt, die jetzt an der Arbeit sind. Wenn wir sie aber nicht derart unterstützen, daß sie die nötige Erziehung erhält und wir die Erziehung nicht systematisch von der Elementarschule zur Mittelschule und von der Mittelschule zur Hochschule durchführen, dann ist keine Möglichkeit vorhanden, ein Resultat zu erzielen. Ich gehe in zwei Monaten nach Palästina und werde mich dafür besonders interessieren. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Ich werde mich besonders mit den Arbeiterverhältnissen vertraut machen und sehen, was zu tun ist. Ich möchte aber das Gefühl bekommen, daß der Kongreß in irgendeiner Form den Bezalel mit einer Unterstützung und mit einem Betriebskapital versieht, damit die Aufträge, die er hat, ausgeführt werden können, aber hauptsächlich damit mindestens sofort oder in ganz kurzer Zeit 50 oder 100 Personen mehr beschäftigt werden können. Was das Gymnasium betrifft, möchte ich nur eine Mitteilung bezüglich der Misrachim machen. Es ist die Absicht von vornherein, und es ist auch eine Tatsache, daß das Gymnasium traditionell gehalten wird, — wieweit aber traditionell, das ist nach der Ansicht der strengen Orthodoxen eine Unmöglichkeit zu bestimmen, — aber jedenfalls ist es traditionell und jüdisch genug für jeden rationell denkenden Juden. Ich stehe dafür ein, daß es in der Weise geführt ist. Ich halte mich für einen ebenso guten Juden, obwohl ich ein Keforinjude bin. Ich glaube, daß ein derartiges Institut nicht in Mißkredit fällt, weil es nach der Ansicht einiger oder eines Teiles der jüdischen Bevölkerung, wo sie auch sein möge, nicht so orthodox gehalten wird, wie die Orthodoxie es wünscht. Ich stehe in England mit allen orthodoxen Juden in Verbindung und interessiere mich für alles. Obwohl ich nicht so lebe, wie die orthodoxen Juden es wünschen, umarmen sie mich trotzdem und nehmen gerne — ich spreche nicht von Geld — meine Zeit und meine Beschäftigung. Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Ihre Mitteilung war sehr schön und hat ims alle erfreut. Delegierter Moser: Aber Sie denken, ich habe genug. (Heiterkeit.) Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Nein. Ich möchte Ihnen nur für Ihre guten Absichten den Dank des Kongresses aussprechen. Delegierter Moser (fortfahrend): Werter Kongreß! Berücksichtigen Sie meine Worte, suchen Sie irgendeinen Weg, bevor wir uns trenuen, daß wir den Bezalel mit einem Betriebskapital von mindestens 25000 Francs ausstatten. Wir haben für einen andern Zweck schon über 40000 Francs Unterschriften, (Lebhafter Beifall und Händeklatschen). Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Geehrter Kongreß! Bevor ich dem nächsten Redner das Wort erteile, richte ich folgende dringende Bitte an Sie: Wenn w7ir mit unsern Arbeiten zu Ende kommen sollen, müssen die Mitglieder des Kongresses das Präsidium in diesem Bestreben ernstlich unterstützen. Wir haben jetzt noch drei Generalredner, dann die Beschlußfassimg über eine Reihe von wichtigen Anträgen. Es ist unmöglich, daß wir damit in den morgigen Tag hinübergehen, wir haben morgen noch sehr wichtige Agenden zu erledigen. Ich bitte mich also bei der Führung der Geschäfte in der Richtungzu unterstützen, daß wir heute noch zum Schlüsse kommen. Delegierter Br. Steiner: Hochgeehrter Kongreß! Die große Umwälzung im türkischen Reiche hat in uns große Hoffnungen erregt. Durch verschiedene

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