Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 251 (sequence 251)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 251 — keit. Sie irren, das ist eine der wichtigsten Fragen. Wissen Sie, daß wir Tausende von fremden Arbeitern in unsern Kolonien haben und keine jüdischen, hauptsächlich deshalb, weil die jüdischen Arbeiter bei diesen Löhnen nicht existieren können? Deshalb schlagen wir zum Schluß folgende Resolution zur Annahme vor, die von vielen unterschrieben ist. Ich werde dieselbe sofort dem Präsidium übergeben. Die Resolution lautet: 1. Der Kongreß macht es dem E. A. C. zur Pflicht, alle Energie ciarauf zu verwenden, daß unsere Bankinstitute die Erwerbung von Konzessionen in Palästina in allernächster Zeit erstreben sollen. 2. Der Kongreß beschließt: Der Nationalfonds wird beauftragt, unter Wahrung seiner statutarischen Bestimmungen, noch in diesem Jahre mit dem Bau von Arbeiterwohnungen zu beginnen in allen denjenigen Kolonien, wo eine große Anzahl von jüdischen Arbeitern schon vorhanden ist. Damit will ich sagen, der Nationalfonds hat ja die Möglichkeit, Boden zu kaufen, der sein Eigentum verbleiben muß. Der Nationalfonds soll diesen Boden hergeben und für den Häuserbau selbst wird sich auch schon Geld unter der einen oder andern Modalität finden. Ich war so glücklich, daß Dr. Bodenheimer mir heute erklärt hat, daß das Direktorium des Nationalfonds sich schon mit dieser Frage befaßt hat und daran denkt, sie auch tatsächlich auszuführen. . Nun, meine Damen und Herren, — und damit schließe ich, — all dies, was wir vorschlagen, sollen Sie nicht als etwas Selbständiges, Kleinkolonisatorisches nehmen, sondern Sie müssen das nur als Beispiele betrachten und nicht als Experiment. Das Wort Experiment wäre unrichtig. Da gibt es keinen Platz für Experimente, sondern dies ist der Anfang der Arbeit. Wenn Sie sich einmal entschließen werden, diese tatsächliche Arbeit in Palästina zu leisten, dann werden Sie nicht diese leidigen Streitigkeiten haben, wie wir sie jetzt hatten. Dann würde sich von selbst ergeben müssen, daß die Bank nicht in London zu arbeiten hat, sondern daß sie ihre Tätigkeit nach dem einzigen Orte hinüberbringen muß, nach dem Orte, der uns hier zusammengebracht hat. Denn was uns zusammengebracht hat, ist nicht die Golusfrage, sondern die Erez-Jisroel-Frage. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Präsident WolfFsohn (zu einer tatsächlichen Berichtigung): Geehrter Kongreß! Ich habe gestern in meiner Erwiderung hinsichtlich der geplanten Agrarbank gesagt, — es liegt das jetzt in der „Welt" gedruckt vor, — daß von Professor Warburg angeregt worden ist, einen Rechtsanwalt nach Konstantinopel zum Studium der dortigen Verhältnisse zu entsenden. Für diesen Zweck sollte die Bank 500 Pfund, d.i.- 10000hergeben. Auf Wunsch des Herrn Professors Warburg möchte ich erklären, wie sich die Sache genau verhält, und zwar, wie ich dazu gekommen bin, das zu sagen. Herr Professor Warburg schrieb mir nämlich damals am 2. April: ,,Herr Goldberg schlägt vor, daß ein Rechtsanwalt nach Konstantinopel geschickt werde, um die Frage dort zu bearbeiten, wobei es meines Erachtens wichtig sein würde, auch Herrn Dr. Kuppin hinübergehen zu lassen. In der Sitzung der Kommission wurde auf Antrag des Dr. Tschlenow beschlossen, den Nationalfonds zu ersuchen, die Kosten der Vorarbeiten zu tragen.