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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 250

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 250 (sequence 250)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 250 - Das zweite Mittel, wovon ich nicht viel sprechen kann, ist die Schaffung eines Agrarfonds. Ich möchte aber bitten, dies nicht einer Kommission zu überlassen, sondern dies soll der Kongreß selbst beschließen, dies soll der einzige Zweck unseres Kongresses sein. Dies wird vielleicht der einzige reale Beschluß des Kongresses sein, aber es soll nicht die Personenfrage die Hauptrolle spielen, sondern wir sollen zu unsern "Wählern mit etwas Konkretem, Inhaltsvollem kommen können, mit etwas, was ihnen wirklich Leben bringt. (Beifall und Händeklatschen.) Deshalb würde ich auch dies vorschlagen, daß der Kongreß eine Parole ausgibt betreffend die Schaffung eines Agrarfonds unter Modalitäten, die unsere Kommission vorschlägt. Da komme ich gleich zur letzten Frage, das ist die furchtbar schwere Arbeiterfrage; denn wenn ganz Palästina den Juden gehören würde, aber die Arbeit keine jüdische sein wird, so ist Palästina nicht jüdische (Beifall und Händeklatschen.) Es handelt sich nicht darum, wer den Rechtstitel besitzen wrird, sondern es handelt sich darum, wer seine Individualität mit dem Boden vereinigt. Nur durch ein Mittel, durch die Arbeit, und nicht durch Rechtstitel wird dies geschehen, und nur wenn die Arbeit dort jüdisch sein wird, werden wir sagen können, es ist Erez Jisroel. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Sie haben sich heute ein glänzendes Zeugnis ausgestellt, das vielleicht einzig und allein in der Geschichte der letzten Zeit bei allen Völkern steht. Sie sind ja nicht alle Proletarier. Sie sind ja — sogar könnte man sagen — Mittelbourgeoisie, und trotzdem haben Sie heute ein eminent soziales Institut sanktioniert, indem Sie durch Ihre Beiträge bewiesen haben, welches Interesse Sie für diese Siedlungsgenossenschaft zeigen. Man wird Ihnen eine entsprechende Resolution vorschlagen, und ich hoffe, daß Sie sie einstimmig aufnehmen werden. Denn es wird das einzige Mittel sein, um das jüdische Proletariat, das jetzt dem Zionismus fremd gegenübersteht, demselben zu nähern, und ich muß offen sagen, wenn wir das jüdische Proletariat nicht in unsern Reihen haben, dann können wir den Zionismus nickt realisieren. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Irren Sie sich nicht. Sie geben nur Geld. Aber was ist das? Durch die Annahme der Siedlungsgenossenscliaft haben Sie Ihren sozialen Sinn auf das schönste dokumentiert. Vizepräsident Dr. Bodenheimer (unterbrechend): Ich mache darauf aufmerksam, daß noch ungefähr 30 Anträge vorliegen, über die dann abgestimmt werden muß. Delegierter Dr. Pasmanik (fortfahrend): Nun kommt das Letzte, was ich Urnen vorzuschlagen habe. Ich werde Sie bitten, im Namen der palästinensischen Arbeiter, die sich auch schriftlich mehrmals an mich gewendet haben und deren Vertreter es liier schon ausgesprochen haben, daß der Kongreß einen Vorschlag annehmen soll, den ich gleich formulieren werde. Um den jüdischen Arbeiter in Palästina mit dem arabischen konkurrenzfähig zu machen, müssen Sie ihm die Möglichkeit geben, bei dem geringen Lohne, den er dort bekommt, — ich glaube 1 Francs bis 1.25 Francs täglich — annähernd menschlich dort zu leben. Dazu ist es notwendig, daß er wenigstens eine Wohnung hat. Tatsächlich befindet er sich in einer so furchtbaren Lage, daß er nach der schweren Arbeit auf der Straße und auf dem Felde bei jedem, Wetter schlafen muß. Sie werden sagen, Kleinkolonisation ist eine Kiemig-

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