Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 249 (sequence 249)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 249 — Konzessionsunternehmungen sollten die Aufgabe unserer Bank bilden und ebenso die wenig größeren, von Konzessionen abhängigen Transportunternehmungen, die in Palästina noch zu vergeben sind, wie Eisenbahnen, Straßen. Dampferlinien sowie andere öffentliche Arbeiten, wie Häfen, Bei euch tungs-. Wasserversorgungs- und Kanalisationsanlagen und vielleicht sogar elektrische Zentralen. Wenn die nächsten Jahre nach dieser Richtung hin nicht voll ausgenützt werden, so ist die Gelegenheit hierfür dauernd verpaßt, und es ist daher zu verlangen, daß seitens der Bank die für die Voruntersuchungen nötigen Summen bereitgestellt werden." Dr. Katzenelsohn sagt wieder, für Konzessionen sei noch nicht die Zeit gekommen. (Dr. Katzenelsohn: Umgekehrt habe ich das gesagt!) Dann haben Sie Ihre eigenen Worte vergessen. (Dr. Katzenelsohn: Umgekehrt!) So, dann müssen Sie den Antrag Simon sofort annehmen; wenn Sie dafür stimmen, werde ich sagen, ich habe das Umgekehrte gesagt. (Dr. Katzen" elsohn: Die Logik ist gut!) Ich bin aber mit Dr. Oppenheim er . . . Vizepräsident Dr. Bodenheimer (unterbrechend;: Herr Dr. Pasmanik' darf ich damit rechnen, daß Sie sich kurz fassen werden? Delegierter Dr. Pasiuanik: Ich muß sagen, daß Sie die andern Redner nicht so behandelt haben. Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Da war ich nicht Präsident. (Heiterkeit.) Delegierter Dr. Pasmanik (fortfahrend): Ich bin mit Dr. Oppenheim er darin einverstanden, daß die Basis unserer Aktion die agrikultureile Kolonisation sein muß. Bei der agrikulturellen Kolonisation handelt es sich um zwei bestimmte Dinge: erstens um die Vorbereitung der Menschen, nicht in kultureller, sondern in fachmännischer Hinsicht, das heißt nämlich, aus den Juden Ackerbauer zu machen, die fähig sind, das Land zu bearbeiten: zweitens, die Mittel zu erwerben, um diesen Menschen die Möglichkeit zu geben, sich zu etablieren. Die wichtigste Sache, der Zentralpunkt unserer Arbeit, ist die Tätigkeit der P. L. D. C. Diese Bank ist aber nicht vom Kongreß ausgegangen, vielmehr auf furchtbaren Widerspruch seitens unserer Leitung gestoßen (Präsident Wolffsohn: Von wem'?; Von Co wen. (Präsident Wolffsohn: Und von Ussisch kin!) Auch Ussischkin! Glauben Sie vielleicht, ich bin mit ihm verheiratet? (Präsident Wolffsohn: Ich habe nichts dagegen, ich gönne es ihm! — Heiterkeit.) Vizepräsident Dr. Bodenheimer (unterbrechend): Ich bitte, die Privatunterhaltungen zu unterlassen. Delegierter Dr. Pasmanik (fortfahrend): . . . Ich bitte, Herr Präsident, mich nicht zu unterbrechen (Heiterkeit) . . . Stellen Sie sich vor: WVnn die Parole für die P. L. D. C. vom Kongreß ausgegangen wäre und nicht so still von einem Bureau aus, glauben Sie, daß wir bei dieser lächerlich kleinen Summe geblieben wären? glauben Sie nicht, daß die Arbeit des Professor Warburg schon größere Dimensionen haben könnte? Da sage ich: Einer der Beschlüsse dieses Kongresses muß sein, eine Parole auszugeben, daß wir der P. L. D. Calle nötigen Mittel zur Verfügung stellen, Ich sehe darin eines der Hanptmittel, um eine agrikultureile Kolonisation vorzubereiten.