Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 248 (sequence 248)
- Language
- German, English, Hebrew
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- 248 — zu gründen, wobei es sich um kleine Beiträge, wenn ich nicht irre, um je 500 Mark handelte. Nebenbei bemerkt, will ich Ihnen etwas erzählen. Da bekam ich einen solchen Brief in der Schweiz, ich sollte auch mitwirken, um. Subskribenten in der Sache zu gewinnen. In Genf, wo ich wohne, gibt es keine reichen Zionisten, sogar wenn Sie mich einschließen. (Heiterkeit.) Dagegen gibt es dort sehr reiche Juden, und ich wandte mich an diese. Diese sagten: warum ist dieser und jener Name nicht auf der Subskribentenliste? Und wissen Sie, um weiche Namen sie mich fragten? Ich will sie nicht nennen, denn ich übe keine Kritik. (Heiterkeit.) Bevor ich zu den positiven Vorschlägen übergehe, erlauben Sie, Herr Prof. Warburg, daß ich eine kleine kritische Bemerkung mache. Meinen Sie ja nicht, daß ich kleine kritische Bemerkungen im allgemeinen mache. Ich mache kleine, weil ich keinen Anlaß habe, große zu machen. Der erste Punkt ist, Herr Professor, daß mir das Palästinaamt zu teuer ist. Ich finde, daß das Palästinamt in kurzer Zeit 20 863 dt gekostet hat. Ich kenne eine Bewegung, die viel größer ist: nämlich die sozialdemokratische Bewegung. Diese hat solche Männer wie Liebknecht jährlich mit 7000 dt bezahlt. Ich glaube, daß wir unsere Beamten nicht höher zu besolden brauchen. Das ist keine persönliche Bemerkung, sondern eine sachliche. Wir müssen sparen. In der Schweiz bekommt ein Minister 12 000 Frs. — Ich glaube, daß unsere Chefs sich auch mit einem geringem Lohne zufrieden geben kommen. Mein zweiter Vorwurf ist folgender: Man zersplittert unsere Arbeit, so daß wegen kleiner Projekte und Projektchen die großen leiden. Ich finde in dem Berichte, daß manche Dinge allmählich vivg gangen sind, weil es schwer ist, für 30 Fonds zu sammeln. Wir müssen 3, 4, 5 Projekte haben, aber nicht 50. Bei uns hat man nur die Tendenz, zu einer Ziffer eine Null hinzuzufügen. Wir müssen die Zahl der Vorschläge vermindern, wir müssen von einem klaren System ausgehen. Da gibt es nur zwei Wege. Das sind: die industrielle Kolonisation zu entwickeln und zweitens die agrikulturelle. Was die industrielle Kolonisation betrifft, so habe ich schon auf dem VI. Kongreß verlangt, daß man in Palästina ein Bureau einrichtet, — das haben wir, — das sich aber auch mit handelstechnischen und industrietechnischen Fragen beschäftigen soll. Ich will die Notwendigkeit sofort klar inachen. Im vorigen Jahre sind eine ganze Menge reicher Juden nach Palästina gekommen, um sich dort zu etablieren. Sie hatten den Wunsch, dort zu bleiben. Sie besaßen G-eld und mußten zurück, weil man ihnen nicht sagen konnte, was sie mit dem Gelde anfangen können. (Rufe: Hört, hört!) Ich habe eine kleine Rechnung gemacht. Während des vorletzten Jahres wurde auf diese Weise eine Summe von über 30 Mill. Francs nach Palästina hineingetragen, aber wieder zurückgeführt, weil sich dafür keine Verwendung fand. Dazu muß ein Bureau vorhanden sein. Nun gibt es eine zweite Frage: Was soll hier der Kongreß beschließen, wenn wir solche Widersprüche finden, wie die zwischen Warburg und Dr. Katzen e 1 soh n? Warb urg schreibt in seinem Bericht: „Diese größern