Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 247 (sequence 247)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 247 — keinen Heller wert, wenn wir keinen Weg finden, um sie weiter zu entwickeln und daraus 80 nncl 800 Millionen zu machen. Das aber borten wir die ganze Zeit, und es tat mir leid, daß man sieh die ganze Zeit nur damit beschäftigte, um diese 8 Millionen zu bewahren, und daß man sonst keine Sorgen hatte. Wenn wir wirklich eine richtige Palästinadebatte haben wollen, müssen wir uns klar werden, daß wir solche Wege suchen müssen, die uns dazu führen werden, unsere materiellen Mittel immer mehr zu steigern, um dann wirklich etwas Großes leisten zu können. Das ist mir auf zwei Wegen möglieh. Der eine Weg war derjenige, den unser seliger Führer vorgeschlagen hat. Das war die Propaganda, die Agitation. Man wandte sich an das jüdische Volk und [meinte, das werde genügen, um eine Milliarde zu bekommen. Sie können den Beweis in „Altneuland" finden. Sie haben gesehen, der Weg ist schlecht und er wird nicht zum Ziele führen. Da sagte man,— und Herr Simon hat den Standpunkt so glänzend vertreten, indem er erklärte: Beginnen Sie die Arbeit in Palästina, — das wird nicht die Lösung des Judenproblems sein, aber durch diese Arbeit in Palästina werden Sie ein belebendes Beispiel geben. Sie werden zeigen, was man machen kann, und dieses kleine Beispiel wird dann die Energie des jüdischen Volkes anregen, und was Sie in Palästina schaffen werden, wird zur Folge haben, daß Sie aus 8 Millionen 80 und 800 Millionen machen. Es gibt drei Wege zur Arbeit. Der erste ist die Privatinitiative, der zweite ist der Versuch industrieller Kolonisation, und der dritte, das wichtigste, sind die Versuche der agrikulturellen Kolonisation. Ich bin um so mehr zufrieden, als Herr Dr. Franz Oppen heimer heute zugestanden hat, obwohl er prinzipiell auf dem Standpunkt der agrikulturellen Kolonisation stellt, daß wir gezwungen sind, zu gleicher Zeit auch industrielle Kolonisation zu betreiben. Nun, da muß ich sagen, daß wir in dieser Hinsicht mit dein Leiter des Palästinaressorts ungemein zufrieden sind, und ich glaube, der ganze Kongreß kann ihm wirklich den Dank aussprechen, daß er versucht hat, soweit er nicht gehindert in seiner Tätigkeit war, nach allen drei Eichtimgen zu wirken. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Geehrter Kongreß! Ich werde heute keine Kritik geben, weil ich bemerkte, daß ich mit meiner Kritik kein sonderliches Glück hatte. (Heiterkeit.) Ich schäme mich nicht. Ich werde Ihnen nur eines sagen. Ich werde keine Kritik üben, aber ich fürchte, daß die Tatsachen, die ich ihnen anführen werde, die herbste Kritik sein werden. Da hat Herr Prof. War bürg zwei Versuche gemacht, um die Privatinitiative anzuregen. Vor allem gründete er eine Plantagengesellschaft in Galiläa. Das war ein Versuch, um der Privatinitiative einen Weg zu geben. Wissen Sie, wer daran teilgenommen hat? Diese Verschwörer, die Mitglieder der russischen Landsmannschaft. A'on diesen haben acht Anteile zu je 40000 Mark genommen, und von Westeuropa war Prof. Warburg der erste und der hochherzige Kremenetzky der zweite, der überall zu haben ist, wo man Geld für Palästinaarbeit braucht, der sich daran beteiligt hat. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Ich übe keine Kritik. Das zweite war der Versuch, eine Immobiliengesellschaft