Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 246 (sequence 246)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 246 — bis '/Air Eröffnung der Bank in der-Zwischenzeit das eingezahlte Geld angelegt wurde, was auch Zinsen brachte, und es wird mir niemand zumuten, diese Zinsen wegzulassen. Herr Katze nelso Im wird nicht anstehen, die genaue Zahl zu erklären, wenn er sie zusammengestellt haben wird. — Die Zahl wird nicht 3°/o sein; aber selbst 3°/o, auch 4 und 5°/o für solche Unternehmungen sind zu wenig. Drittens weist der Berichterstatter Dr. K a t z e n el s ohn darauf hin, der Ruit und die Konzessionen seien das gewesen, worauf er bei der Flüssigmachungdes Geldes hingewiesen habe. AVenn man gegen einen Run gesichert seht will, muß man auf Konzessionen verzichten. Er sagte, flüssiges Geld, sei notwendig. Ich weise darauf hin, und jeder wird es mir bestätigen können» daß zur Flüssighaltung von Geldern die Gründung einer eigenen Bank nicht erforderlich ist. Ich sagte auch nicht, daß das Institut liquidiert werden soll, sondern sagte nur, daß die geschäftlichen Unternehmungen in Europa, das europäische Geschäft der Bank liquidiert werden soll. Es ist mir unerfindlich, wie dies das Institut schädigen kann. Dr. Katzenelsohn (zur Berichtigung): Ich möchte den Worten des Herrn Simon nur entgegenhalten, daß die Tätigkeit der Bank nicht einen Zeitraum von 10 Jahren umfaßt, sondern erst vom Jahre 1903 an zu rechnen ist. Die Geschäftstätigkeit hat in diesen 7 Jahren nicht 2°/o. sondern 3°/o ergeben. Was die Liquidation betrifft, so glaube ich, daß er das Wort ganz klar und richtig gebraucht hat. Del. Dr. Pasmanik: Geehrter Kongreß! Ich bestieg wieder mit Furcht die Tribüne. Denn Avenn der Herr Präsident Wolffsolin da wäre, wäre wahrscheinlich seine erste Bemerkung: „Sie sind ja Arzt und Schriftsteller^ wie kommen Sie dazu, über wirtschaftliche, ökonomische und kolonisatorische Fragen zu sprechen? Sie sind ja kein Kaufmann, und deshalb sollen Sie nicht über Dinge sprechen, wo man mit Ziffern handeln muß." Ich könnte ja dazu bemerken: Schauen Sie doch die Parlamente der größten Staaten an, wo man mit einem Budget von Milliarden zu tun hat. Meinen Sie, dort sind es lauter Kaufleute, die darüber sprechen? Meinen Sie, die Parlamente bestehen ausschließlich aus Ziffermännern (Zustimmung.) Erlauben Sie mir aber, einen entgegengesetzten Satz aufzustellen, in dem ich einen Ausdruck unseres geehrten Präsidenten Wolff söhn umändere und sage, man kann ein guter Kaufmann sein, man kaim die Kaufmännischkeit selbst sein — erlauben Sie diesen Ausdruck — und trotzdem kann man nicht imstande sein, eine sozialpolitische Bewegung tatsächlich nach allen Richtungen hin zu leiten. Ein Kaufmann allein ist noch ungenügend. Wissen Sie, wer sich heute als der einzige Repräsentant des politischen Zionismus in der ganzen Palästinadebatte gezeigt hat? Das war unser lieber Dr. Franz Oppenheim er. Von ihm allein haben Sie den Gedanken gehört: Der Zionismus muß Milliarden anstreben, er muß hunderte von Millionen zu bekommen trachten, — und das war der Grundgedanke von Herzl. Meinen Sie wirklich, wenn Sie die 8 Millionen, die in der Bank vorhanden sind, sehr gut hüten, daß wir damit das Judenproblem lösen? Die 8 Millionen sind an und für sich