Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 245 (sequence 245)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 245 — spricht man am grünen Tisch, aber nicht öffentlich. Aber wir sind noch lange nicht so weit, wir stehen auf dem Standpunkte, daß dieses Finanzinstrument des Judentums noch eine große, schöne Aufgabe zu erfüllen hat, vor allern unsern Tochterinstituten zu helfen und unsem Zwecken zu dienen. Ich möchte noch auf andere Bemerkungen ziu-ückkommen. Es war hier ein Herr Hermann Kohn, der von Wucherern in Palästina gesprochen hat. Ich weiß, worauf dies abzielt. Aber ich will hoffen, daß weder er noch überhaupt jemand im Kongreß dabei an die A. P. C. gedacht hat. Denn gegen einen solchen Vorwurf mich zu rechtfertigen, liegt unter der Würde der A. P. C. Ich möchte noch auf einen Vorschlag des Dr. Kohan- Bernstein zurückkommen. Er wünscht, daß wir in der Bank ein Beratungskomitee haben sollen. Ich habe darüber die Meinungen der in Palästina wohnenden Leute gehört, und wir sind zur Einsicht gekommen, daß es besser sei, kein solches Institut zu schaffen. Ein jedes Diskontokomitee hat nur das Recht, zu reduzieren; das Resultat wäre also, daß wir weniger arbeiten würden, als bisher. Das ist aber sicher nicht die Ansicht des Kongresses. Es sind auch persönliche Gründe dafür vorhanden. Das Land ist zu klein, man ist sich dort zu nahe. Wenn die Beziehungen sich bessern werden, so werden wir wahrscheinlich die ersten sein, die eine solche Institution einführen. Aber unsere Ansicht ist heute die, daß dazu die Zeit noch nicht gekommen ist; -arbeiten wir ruhig weiter. Ich möchte noch auf einen Fehler des Herrn Simon aufmerksam machen. Er hat bei 'seinen Berechnungen die A. L. B. C. nicht mitgerechnet. Jetzt ist noch immer ein großer Teil unseres Kapitals in Palästina und .Konstantinopel beschäftigt. Zur Zeit, als die A. P. C. uns 80—100 0Ü0 £ schuldig war, war das ganze Kapital des Trust in Palästina beschäftigt. Ich glaube also, daß der Vorwurf, der uns gemacht wurde, ungerechtfertigt ist. (Lebhafter Beifall.) Delegierter Simon (zur tatsächlichen Berichtigung): Herr Dr. Katzenelsohn hat mir nachgewiesen, daß die durchschnittliche Verzinsung der A. P. C. nur V-fö/o war, indem er die ersten Gründungsjahre, die selbstverständlich eine viel geringere Rentabilität aufweisen müssen, mit den späteren Entwicklungsjahren zusammengestellt hat. Dagegen ist die Linie bei der A. P. C. eine ganz aufsteigende. Es sind in der A. P. C. 6°/o im Jahre 1908 verdient worden, wenn Sie die Reserven dazu nehmen, während bei der Bank in London in den letzten 3 Jahren — bleiben wir bei diesen 3 Jahren als Durchschnittsjahren — durchschnittlich 21/2°/o verdient wurden, ohne daß Reserven geschaffen wurden, da diese aus den nicht behobenen Dividenden und nicht voll eingezahlten Aktien gebildet werden. Das zweite betrifft die Unrichtigkeit, die mir von Herrn Dr. Katzeneis ohn in bezug auf die Durchschnittsziffer der Rentabilität des J. C. T. vorgeworfen wurde. Er sagte mir, ich solle mich bezüglich der Ziffern genauer erkundigen, bevor ich damit komme. Ich sagte 20°/o in 10 Jahren geben durchschnittlich 2°/o. Er sagte, 20°/o in 7 Jahren geben ca. 3°/o. Die Gründungsakte des J. C. T. datieren vom 20. Januar 1899. Das sind etwa 10 Jahre, und ich habe mir im Augenblicke von andern Herren, die darin Bescheid wissen, bestätigen lassen, daß