Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 244 (sequence 244)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 244 — wollen — das wäre noch nicht so schlimm — auch eine ganz andere Konkurrenz zu bestehen hat, als die Bank in Jaffa oder Jerusalem. Es kann deshalb nicht wundernehmen, wenn die Depositen beim Trust viel kleiner sind. Das liegt jedoch nicht im Mangel an Vertrauen, sondern darin, daß mit der Bank die Juden nicht arbeiten können, und zwar des Sonnabend - Schlusses wegen. Herr Simon glaubt, einen gewissen Widerspruch im Berichte zu finden,, daß ich nämlich gesprochen habe, daß wir unser Kapital frei haben müssen,, und zwar wegen des Run und wegen Konzessionen; und er sagt, entweder eines oder das andere. Hier ist ihm ein kleines Fehlerchen passiert. Er hat .das'„undu vergessen. Ich habe nicht gesagt: Wir müssen das Kapital frei halten entweder für den Run oder für Konzessionen. Ich sagte: Wir müssen das Kapital für beide Fälle haben, für den Run und für Konzessionen. Ich komme auf die Bemerkung bezüglich der englischen Konsols. Wir haben schon erklärt, daß wir Reserven haben müssen. Das ist eine Sache, über die schon oft gesprochen wurde. Herr Simon glaubt, einen besondern Widerspruch darin zu finden, daß wir mündelsicher arbeiten und Geschäfte machen wollen. Das Wort „mündelsicher" stammt nicht von Wolffsöhn, sondern von Herzl, der gesagt hat, daß wir die Groschen des jüdischen Volkes wie Mündeluud Waisengelder behandeln müssen. Dies tun wir auch, indem wir die Geschäfte so einrichten, daß das Geld möglichst wenig gefährdet ist; das heißt aber nicht, daß wir keine Geschäfte machen. Wer gestern mir aufmerksam zugehört hat, hat vernommen, daß wir einen Umsatz von 8300000 £ jährlich machen; daß wir also nur ein Scheinleben führen, ist gewiß unrichtig. Nun sagt Herr Simon, und damit komme ich zum wichtigsten Punkte, daß wir unsere Kapitalien nach Palästina überführen sollen. Ich will nicht wiederholen, daß dies schließlich unser aller Wunsch ist. Ich möchte aber eine konkrete Tatsache mitteilen. Für unsere A. P. C. wurde ein Kapital von 100 000 £ bestimmt, davon waren 40 000 £ emittiert. Es wurde beschlossen, 30 000 £ dazuzulegen, und jetzt wurde beschlossen, diese letzten 30 000 £ auch zu übernehmen. J ls ich in Palästina war und durch zwei Monate alle Geschäfte durchstudiert und untersucht habe in der Richtung, ob es nicht möglich ist, weitere Geschäfte zu machen, und als ich fragte, ob es nicht möglich ist, die 30 000 £, die wir an Kapital noch zu emittieren haben, nunmehr der Bank zuzuführen, da antwortete mir der Manager: Sie bringen mich in Verlegenheit. Da müßte ich diese 30 000 £ nach London überweisen zu billigem Zinsfuße. Jetzt schulden wir nur 8000 £, weil wir nicht mehr Geld zurzeit in Palästina verwenden können. Wenn wir also unser ganzes Geld flüssig machen und an die A. P. C. überweisen würden, so würde sie dieses nach Europa schicken und in einer nichtjüdischen Bank plazieren. Ich glaube, dies kann nicht der Wunsch dos Kongresses sein. Er kann nur wünschen, die Gelder nach Palästina zu bringen, wenn sie dort auch Verwendung finden. Warten Sie, bis die Zeit kommt, wo man das Geld benötigen wird. Nein, Herr Simon, so spricht nicht ein Freund des Instituts, der Sie doch sicher sind. Selbst wenn man ein Institut liquidieren will, so sagt man das nicht öffentlich, das wäre nicht im Interesse eines Instituts. Darüber