Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 243 (sequence 243)
- Language
- German, English, Hebrew
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243 — ilruck kommen soll, nach welcher Richtung ' wir unsere Geschäfte machen sollen, ohne auf die einzelnen Geschäfte einzugehen, dann müssen wir der Bankleitung klar zu erkennen geben, daß es die Aufgabe unserer Bank ist, alle ihre finanziellen Institute in der Richtung unserer lebendigen Gegenwartsinter essen zu verwerten, und daß wir von ihr erwarten, daß sie mit aller Sachkenntnis, Energie und Verantwortung an diese Aufgaben herantritt, daß wir ihr aber auch dann ein Absolutorium erteilen, wenn sie mit Gewissenhaftigkeit und Ernst eine Sache behandelt und einmal sagen muß: Wir haben das und das gewollt, und das und das hätte sich daraus entwickeln können. Das hat sich bereits entwickelt; das andere ab*ir ist fehlgeschlagen. Wir wissen, daß jede große Bank, wenn sie nichts riskiert, nichts gewinnt. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Delegierter Dr. Katzenelsolm: Verehrter Kongreß! Ich muß vor allem Herrn Simon meinen Dank aussprechen, und zwar in doppelter Weise. Vor allem danke ich ihm persönlich, denn er war so liebenswürdig, mir zuzurufen, daß ich ein tüchtiger und gewissenhafter Bankier bin. So dankbar icli ihm auch für dieses Kompliment bin, so wäre es mir viel lieber gewesen, wenn er gesagt hätte, daß ich ein ehrlicher Zionist bin. (Delegierter Simon: Das ist selbstverständlich, Herr Katzenelsohn!) Ich werde Ihnen auch zurufen, daß Sie ein ehrlicher Zionist sind; daß Sie ein guter Bankier sind, ist — selbstverständlich. (Heiterkeit.) Nach dieser persönlichen Bemerkung gestatten Sie, auch sachlich meinen Dank Herrn Simon auszusprechen. Er war der erste, der öffentlich die Bank besprochen hat. Es ist mir lieber, wenn öffentlich davon gesprochen wird, als wenn man herumtuschelt in den Couloirs. Dort kann man nicht antworten, während man hier imstande ist, die einzelnen Punkte aufzuklären und VA\ zeigen, daß man in mancher Hinsicht anderer Meinung sein kann. Ich erlaube mir nun, auf die einzelnen Punkte seiner Ausführungen zurückzukommen, vor allem auf die Zahlen. Ich befinde mich da in einer etwas schweren Situation. Herr Simon hat den J. C. T. mit der A. P. C. verglichen, und ich befinde mich in der Lage einer Mutter, die man gegen die Tochter ausspielt. Wollen Sie mir •erlauben, weder die eine herunterzusetzen noch die andere hinaufzuheben V Herr Simon sagt, wir haben im J. C. T. nur 2% verdient, während die A. P. C. 4°/u oder mehr verteile. Herr Simon befindet sich hier in einem kleinen Irrtum. Nur in den letzten 2 Jahren sind 4°/o verteilt worden, in den ersten 4 Jahren erzielte die A. P. C. gar keine Dividende, der Durchschnitt ist also nicht einmal 2%; wenn man die 50 000 £ beim J. C. T. durch 7 dividiert, — denn 7 Jahre ist die Bank erst in Betrieb, — resultiert über 3%. Im Durchschnitt wär das geschäftliche Resultat des Trusts besser als das der A. P. C. Wenn man mit Zahlen arbeitet, soll man eben richtig arbeiten. Nun will ich andere Punkte hervorheben, wo Herr Simon recht hat. Was die Einlagen betrifft, da ist allerdings die A. P. C. viel weiter als der Trust. Aber die A. P. C. arbeitet auch unter ganz andern Verhältnissen. In Jaffa oder Jerusalem hat jeder die Bank in der Nähe und kann seine Depositen einlegen, während eine Bank in London, mit der die Juden nicht arbeiten 16*