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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 241

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 241 (sequence 241)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 241 — Tages als einzige Säule übrig bleiben wird, die noch aus unserer Bewegimg hervorragt. Wenn Avir nun auch die Gelder nach Palästina hinüberführen wollen, ist es doch selbstverständlich, daß wir uns dabei nicht von Stimmungen, sondern nur von den klaren Erwägungen leiten lassen, die die gegenwärtigen Verhältnisse erfordern. Aber ich möchte immerhin auf eines aufmerksam machen. Es kann in der vorsichtigen Gründung von werdenden Unternehmungen in einer Zeit der Entwicklung vorerst eine schlechte oder eine ganz geringe Rentabilität liegen, und es kann sieh dennoch erweisen, daß sie wachsen mit dem Aufblühen dessen, was wir vom Orient erwarten. Wenn wir erst dann beginnen mit den Anlagen, wenn sie uns gesichert erscheinen, ist es klar, daß der Unternehmungsgeist, der jede Möglichkeit sofort wahrnimmt, wenn sie ihm einigermaßen aussichtsreich erscheint, in dem Augenblicke, wo die Verwalter der Mündelsicherheit unserer Banken den Zeitpunkt für gekommen erachten, längst vorweg genommen hat, was in Wahrheit die Creme, den Oberschaum einer wirtschaftlichen Bewegung, die gegenwärtig im Orient tatsächlich vorherrscht, bildet. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen). Wir sprechen davon, daß der Orient im Aufschwünge begriffen ist, und daß wir die Bedingungen schaffen müßten, um allmählich neben dem Aufbau des Landes in agrikultureller Beziehung die Kapitalkraft nach Palästina zu führen. Dafür wollen wir die Bedingungen schaffen. Glauben Sie wirklich, daß wir in einem leeren Lande, das erst die Möglichkeit nachweisen muß, daß die Unternehmungen dort gedeihen, das Kapital fremder Leute, auch selbst von Juden und guten Zionisten bekämen, Avenn wTir nicht selbst wagen, mit unserm Gelde den Anfang zu machen und uns in die Bresche zu stellen? Wenn man Kolonien gründen und aufbauen will, so darf sich die Pionierarbeit nicht nur auf einzelne Zweige eines ganzen Komplexes von Arbeiten beschränken, sondern die Pionierarbeit muß sich auch, und nicht zum geringsten Teil, in geschäftlichen Unternehmungen bekunden. Wenn Avir nicht glauben, daß in der Gegenwart und in der nächsten Zukunft Konzessionen und Unternehmungen auf industrieller Basis sich rentieren, müssen wir es offen heraus sagen, damit wir nicht die Gelder derjenigen riskieren, die wir täglich ermuntern. Entweder wir glauben an den Aufschwung des Orients jetzt, dann haben wir die Verpflichtung, jetzt zu beginnen. Eine große Verantwortung lastet dann in der Tat auf uns;- aber ich schätze die Verantwortung nicht so hoch, daß ich sage: Wenn irgend einmal etwas davon fehlschlägt, wäre das ein ungeheurer Schaden. Ich glaube, es muß jedem klar sein, wenn wir jetzt nicht beginnen, daß die Mutlosigkeit so groß sein wird, daß niemand etwas riskiert, und jeder wird verstehen, daß, wenn man mit einem ernsten Verantwortungsgefühl und mit Sachkenntnis an die Sache herangeht, heute die Chancen im Orient größer sind als irgendwo, und daß die Möglichkeit, dabei an dem Aufschwünge zu profitieren, für uns einen so ungeheuren Impuls bedeuten würde, daß, selbst wenn bei Beobachtung der notwendigen Vorsichtsmaßregeln einmal eine Sache von einem Kisiko oder gar von einem Verluste begleitet wäre, dies niemals die Sache gefährden könnte. 16

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