Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 237 (sequence 237)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 237 — Delegiertor Julius Simon: Ich werde'in dem (Komplex der Fragen, die jetzt zur Diskussion stehen, lediglich über eins sprechen, nämlich über die Bank. Wir haben gestern den Bericht von Dr. K atzenelsöhn gehört. "Wenn ich in einigen Worten den Extrakt dieser Ausführungen nochmals zusammenfassen darf, war er folgender: Die A. L. B. C. in Konstantinopel entwickelt sich gut und wird 6°/o im ersten Jahre verdienen. Ganz besonders dürfen wir mit den Fortschritten der A. P. C. zufrieden sein, und ist zu erwarten, daß sie eine Dividende von 4°/o auch in diesem Jahre wieder verteilen wird. (Lebhafte Unruhe.) Ich wäre außerordentlich dankbar, wenn man sich entschließen würde, entweder zu stehen oder zu sitzen, aber das Herumlaufen irritiert mich. G-egenüber diesen beiden Instituten, die ein volles Leben zeigen, mit deren Entwicklung wir vollauf zufrieden sein können, die beweisen, daß sie einem Bedürfnisse entsprechen, — Katzenelsohn sagte, daß Unparteiische anerkennen, daß der ganze Aufschwung des Ex- und Importes in den letzten Jahren in Palästina auf Rechnung der A. P. C. zu setzen ist, — zeigt der J. C. T., die Jüdische Kolonialbank nur ein Scheinleben. Herr Dr. Katzenelsohn hat gestern zusammengestellt, was die Bank seit ihrem Bestehen erstens an Dividende verteilte, zweitens für^ außerordentliche Ausgaben, wie für die El-Arisch-Expedition, für den Prozeß usw.. verausgabte, und er kam zu dem Resultat, daß 1/o des Aktienkapitals, etwa 50000 £, bisher im ganzen von der Bank verdient worden sind. (Dr. Katzenelsohn: Netto!) Also Netto, nach Abzug aller Spesen. (Dr. Katzenelsohn: Grünclungskosten!) Eh bien. Dabei mache ich aufmerksam, daß diese Zahlen durchaus nicht, gegenüber geAVÖhnlichen Aktiengesellschaften, mit Rücksicht darauf, daß Schabbes geschlossen sein soll, niedriger sein müssen, weil andere Ausgaben uns erspart bleiben, die bei andern Aktiengesellschaften einen bedeutenden Teil des Gewinnes absorbieren, wie z. B. die Bezahlung der Direktoren, Aufsiehtsräte usw. Es ergibt sich, wenn man alle Kosten für Extraausgaben seit Gründung der Bank den effektiven, zur Ausschüttung gelangenden Dividenden zuzählt, daß sich durchschnittlich der Aktienkoupon mit knapp 2°/o rentiert hat. Die A. P. C.. die heute ein Kapital von 70000 £ hat, kann auf einen Aufschwung ihrer geschäftlichen Unternehmungen hinweisen, derart, daß im Jahre 1905 ihre Unternehmungen 1,3 Millionen Frans imd jetzt 6 Millionen Francs betragen und die Depositen von 1,2 auf 4,5 Millionen Francs gestiegen sind. Vergleichen Sie damit die Ziffern des J. C. T. mit einem Kapital, das fast das Vierfache des Aktienkapitals der A. P. C, nämlich 250000 £ beträgt, so kommen wir zu dein Resultat, daß die Summe der geschäftlichen Unternehmungen in den letzten Jahren statt des Vierfachen kaum mehr beträgtals bei der A. P. C. Noch mehr tritt als Tatsache zutage, daß die Bank in London lediglich eine Scheinexistenz führt, wenn wir die Depositen und Einlagen auf Scheckkonti bei der A. P. C. und beim J. C. T. vergleichen. Dort haben wir 41/2 Millionen Einlagen bei 70000 £ Kapital, hier nur 600000 Frs. beim vierfachen Aktienkapital. Mit andern Worten: Wäre der Aufbau des Geschäfts beim J. C. T. gleich dem der A. P. C. so müßten die Depositen beim J. C. T. statt 600000 20 Millionen Francs betragen. (Lebhafte Heiterkeit und Hört, hört!-Rufe.)