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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 236

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 236 (sequence 236)
Language
German, English, Hebrew
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— 236 — Ich hoffe auf Ihre Unterstützung, wenn diese Resolutionen zur Verhandlung kommen. (Beifall.) Präsident Wolffsohn: G-eehrter Kongreß! Ich möchte nur einige Worte-zu einigen Bemerkungen des Herrn Dr. Kohan-Bernstein sprechen. Er sagte, es wäre viel besser, wenn wir nur ein Bureau hätten. Ich habe nach jedem Satze immer bravo gerufen. Wir haben uns die größte Mühe gegeben, die Bureaus zu vereinigen. Aber die Herren in Palästina wollten nicht und deswegen konnten wir es beim besten Willen nicht zustande bringen. Herr Dr. Kohan-Bernstein, der gestern das Buch von meinem Kollegen Kann etwas ironisch behandelt hat, ist auffallender Weise gerade über die Erziehungssaehen genau derselben Ansicht gewesen, wie Herr Kann, oder vielmehr Herr Kann war derselben Ansicht wie Dr. Kohan-Bernstein; allerdings schon eineinhalb Jahre früher. Herr Dr. Kohan-Bernstein spricht davon, daß in Palästina eine Landesorganisation geschaffen werden soll. Er hat das bereits vorgestern vorgebracht. Ich wundere mich über diesen Vorschlag; denn Herr Dr. Kohan-Bernstein muß doch, wenn er unser OrganisationsStatut kennt, wissen, daß wir ohne eine Statutenänderung Palästina keine andern Rechte als jeder andern Landsmannschaft geben können. Palästina soll keineswegs schlechter behandelt werden als die andern, Länder. Es wird hier sehr oft davon gesprochen, als ob wirklich in der Leitung Gegner von Palästina wären, die Palästina schlechter behandeln wollen als andere Landsmannschaften. Das ist durchaus nicht der Fall. Aber wenn in Palästina nur einige hundert Schekelzahler sind, ist es unmöglich, ihnen dieselben Rechte zu geben, die nach unsern Statuten nur 3000 Schekelzahlern, die eine Federation bilden, zukommen. Die Rechte, die jede andere Landsmannschaft hat, besitzt Palästina von selbst. Was durch das Organisationsstatut gegeben ist, braucht man wohl nicht erst zu fordern; das existiert doch. Stellen Sie, wenn Sie eine Änderung wollen, morgen bei der Frage der Organisation einen entsprechenden Antrag. Nun will aber Herr Dr. Kohan-Bernstein ein Mitglied des E. A, C. in Palästina haben. Das ist allerdings eine ganz andere Sache. Er hat mir Unrecht getan. Es war durchaus keine Verdächtigung, als ich vorgestern dazwischen rief: Aha! Damit habe ich nicht seine Person gemeint, vielleicht tat er es selbst, denn sonst wüßte ich nicht, warum er sich getroffen gefühlt hat. Ich habe dabei an ihn nicht einmal gedacht. Und nun nur noch eins: Dr. Kohan-Bernstein sagte, die Bank arbeite nicht zionistisch. Aus seinem Munde klingt es als ein besonders schwerer Vorwurf, daß die Bank nicht zionistisch arbeitet. Vorher hat er gesagt, daß sogar Araber bei der Bank ihre Einlagen machten, und hat das als Beweis dafür angeführt, daß die Banken nicht zionistisch arbeiten. Geehrter Kongreß! Wollen Sie, daß wir so arbeiten, daß die Araber keine Spareinlagen bei uns machen, weil sie fürchten, daß unsere Bank bankerott gehen wird? Nein, Sie wollen das nicht! Dann lassen Sie nur die Bank so arbeiten, wie sie arbeitet. Wenn sie gut in Palästina arbeitet, dann arbeitet sie zionistisch, und wenn sie schlecht arbeiten wird, dann möchte ich die Bezeichnung, die man ihr dann geben wird, nicht aussprechen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.)

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