Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 231 (sequence 231)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 231 auch der Einwohner in der Stadt Jaffa und auch in Jerusalem, du» sich finden Zionismus interessieren, formuliert. Einige Leute meinen, daß wir in Palästina noch sehr wenig Institute geschaffen haben. Wir gehen von dem Standpunkte aus, daß wirdieser Institute zu viel haben. Die jetzt arbeitenden Gesellschaften, die alle für den Nutzen der Kolonisation arbeiten, sind leider nicht vereint. Jeder arbeitet nach der eigenen bestimmten Eichtling, und sehr oft sind die Richtungen, vielleicht auch mißverständlich, eine gegen die andere gerichtet, und das vernichtet sehr viel von den Ergebnissen der Arbeiten. Ich habe mit den leitenden Personen Rücksprache genommen in Jaffa, Paris, Berlin, und habe den Eindruck gewonnen, daß es möglich wäre, in Zukunft eine Vereinigung nach Verständigung der verschiedenen Gesellschaften in Palästina zu erwirken. Wir stehen jetzt nicht so weit voneinander, wie es einmal war, und können gewiß zusammenarbeiten. Was z. B. den Landankauf oder die Kolonisation betrifft, können wir mit der Jca zusammenarbeiten, gegen die wir einmal im Kongreß viel gesprochen haben. Wir können einige Beschuldigungen aufrechterhalten, aber in bezug auf den Landankauf sind wir bereit, Hand in Hand zu arbeiten Das wissen alle, die in Palästina die Verhältnisse studiert haben, In Kulturfragen können wir mit dem Hilfsverein der Deutschen Juden arbeiten. Warum sollten wir getrennt arbeiten? Ich spreche nicht von der Alliance, mit der wir noch im Stadium eines starken Kampfes stehen. Ich habe den Eindruck gewonnen, daß es möglich wäre, eine gemeinsame Arbeit vorzunehmen, man muß sich nur bemühen, einander näher zu kommen. Seit dem II. Kongreß besteht bei uns die. Absicht, eine Brücke zu schaffen und die verschiedenen Institute zu vereinigen. Es sind nun einige Institute da, die sich sofort vereinen könnten, das sind die Chowewe-Zion und die Zionisten. In Palästina besteht kein Unterschied zwischen den aus Mißverständnissen entstandenen zwei Richtungen. Wir können jetzt ein Urteil über den Unterschied nicht aussprechen, aber die Leute sind einander nähergetreten und vorstehen, daß sie miteinander arbeiten können. Ich schlage vor, daß das Odessaer Komitee und die zionistische Leitung alle diese vier Institute in ein Institut verschmelzen lassen. Wir brauchen nicht vier Exekiitivbureaus, es ist besser und billiger, ein allgemeines Bureau zu haben. Zudem sind auch zwei wichtige praktische Gründe vorhanden. Der erste ist der, daß unsere Ausgaben in Jaffa für die vier Institute über 50 000 Frs. betragen; zweitens, wenn jemand in Jaffa lebt, bemerkt er bald, daß alle Institute jedes für sich eine Art Gesandtschaft bilden. Wir haben ein palästinensischfranzösisches Konsulat von der Ica, wir haben ein russisches aus Odessa, wir haben ein deutsches aus Berlin und ein zweites aus Köln. (Heiterkeit.) Alle diese Institute glauben, daß sie ihre national-patriotische Würde erhalten müssen; jedes will durch Konkurrenz beweisen, daß es mehr leistet. Dadurch könnte die Sache gewinnen, wenn nicht die Ehre des Zionismus dabei litte. Er leidet, weil die Menge jedes Wort kritisiert. Man kann in jeder Phrase sehen, was man sehen will. Man sieht einen Kampf in der Wirklichkeit, und der schadet. Praktisch ist es also, die Ausgaben zu reduzieren, und wenn