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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 227

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 227 (sequence 227)
Language
German, English, Hebrew
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— 227 — nicht den richtigen Weg finden, wozu brauchen wir da einen Kongreß? Wenn man hier sagt, die praktische Arbeit in Palästina ist eine Phantasie, dann brauchen wir keinen Kongreß! (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Delegierter Hermann Koliii: Hoher Kongreß! Als die Wählerversammlung der Zionisten in Jerusalem stattfand und Eisenstadt zum Delegierten .gewählt hat, bekam er den Auftrag, dem Kongreß eine Makath-Lechi zu geben. Eisenstadt hat sich aber dieser Aufgabe nicht entledigt, und ich bin ihm dankbar ciafür. Der wiederholt geübte Schlager, den unser verehrter Präsident gebraucht hat, im Golus zu wirken, ist eine Schande. Die Makath- Leehi gilt den unfolgsamen Kindern, die nicht heimwärts streben. Nun haben wir über uns hochgelehrte Vorschläge über Palästina ergehen lassen, wir haben Unsummen von Veranstaltungen gesehen, die für Palästina zweckdienlich wären. Aber alle diese Institutionen erfordern Milliarden, und womit sollen die beschafft werden: mit Hilfe der Banken? Wissen Sie nicht, daß der Zionismus in seinem gegenwärtigen Zustande -eine konventionelle Lüge ist? Wissen Sie nicht, wenn Sie in der Presse allseits und überall den Palästinagedanken soweit als möglich hinaustragen, daß Sie uns in unserer Arbeit in Palästina stören? Wissen Sie nicht, daß wir befürchten, einmal eine Invasion der ganzen jüdischen Welt zu erleben? Wir leben mit den Türken und Arabern. Die Araber lesen die „Welt" sehr viel und verfolgen unsere Bewegung mit großer Aufmerksamkeit, vielleicht mit größerer Aufmerksamkeit, als viele Vorsteher in Palästina, die es notwendiger hätten. Wenn Sie nun darangehen werden, die Palästinafragen ernstlich zu beraten, und der Vorschlag gemacht w^ird, Aktien zu zeichnen, so muß ich sagen, vor allem müssen die Aktionäre kommen. Die Zionisten, vor allem das Aktionskomitee, sind in erster Linie dazu berufen, Bürger von Palästina zu werden, um ein Urteil über Palästina geben zu können, (Beifall und Händeklatschen.) Diejenigen Herren, welche es nicht der Mühe wert halten und die Mittel scheuen, in Palästina ein Stückchen Boden zu besitzen, dürfen unser Vertrauen nicht erhalten, und wir dürfen sie nicht in das Aktionskomitee entsenden. (Zustimmung. — Unruhe. — Vizepräsident Stand: Ich bitte, den Redner nicht zu stören.) Ich hätte Ihnen noch sehr vieles zu sagen, wovon sehr viel schmer/haft und bedauernswert ist. Ich will aber nicht alles vor der Öffentlichkeit besprechen und möchte Sie daher bitten, eine Kommission zu bestimmen, vor der wir als palästinensische Landsmannschaft als Ankläger auftreten wollen. Diese Kommission soll aus dem E. A. C, ferner den Herren Ussischkin, Stand und den Vorstehern der deutschen, österreichischen uucl misrachistischen Landsmannschaft bestehen. Vor dieser Kommission wollen wir dann unsere Beschwerden vorbringen. Es ist uns sehi* schwer angekommen, unser schönes Frühlingsland Palästina zu verlassen und in diese frostigen Gegenden zu kommen, um uns manche frostigen jüdischen Seelen anzusehen. Es ist aber ein Notschrei: Es wird in Palästina nicht zionistisch gearbeitet. Wir brauchen Zionisten in Palästina und kerne Wucherer. Wir brauchen jüdische Männer. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Wir brauchen ganze jüdische Männer. Ganz Palästina, 15*

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