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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 226

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 226 (sequence 226)
Language
German, English, Hebrew
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- 226 — wie sie wolle, — auf den Namen kommt es nicht an, — groß oder klein, politisch oder unpolitisch: denn wir wollen für das Volk, und nur für das "Volk, das in seiner großen Mehrheit religiös gesinnt ist, arbeiten. Wie sehr es uns auch freut, einige Tausende der Intellektuellen, die sonst der Assimilation oder der Taufe verfallen werden, dem Judentum zu erhalten, das Problem der Judenfrage ist dadurch noch nicht einmal gestreift, und darum sage ich nochmals: Wir werden jede praktische Arbeit in Palästina unterstützen. Das landflüchtige Volk muß zu Boden kommen, die hungrige Masse zu Brot. Weichen Sie von diesem Gebiete ab und streifen Sie das Problem der Kultur, dann sind wir mitten drin im Kulturkampfe. Wir zittern nicht vor diesem, wir schauen ihm auch ins Auge 5 wir sind aber der Ansicht, daß die Zeit für den Kampf noch nicht gekommen ist. Der wird erst dort ausgetragen werden. Hinter uns stehen die Legionen des jüdischen Volkes marschbereit. Werden wir wissen, die richtige Parole auszulösen, dann ist die Invasion des jüdischen Volkes in Erez Jisrocl ein historisches Faktum. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Delegierte Fräulein Groldin-Palästina (mit lebhaftem Beifall und Händeklatschen begrüßt — Jargon): Es ist sehr schwer, über die Frage der jüdischen Arbeiter in Palästina hier zu sprechen, nachdem die jüdischen Arbeiter in den verschiedenen Reden der Herren vom Aktionskomitee nicht einmal erwähnt worden sind. Und doch ist diese Frage die allerwichtigste; denn die jüdischen Arbeiter vertreten nicht nur ihre eigenen Interessen, sondern auch jene des gesamten jüdischen Volkes, indem sie die Kolonien vor Überfällen schützen und verteidigen. Es ist auch charakteristisch, daß selbst Herr Prof. War bürg von den Arbeitern in Kinereth nichts berichtot hat. Es mag hervorgehoben werden, daß die Arbeiter dortselbst im Laufe eines Jahres viermal gewechselt haben. Die Bedingungen der jüdischen Arbeiter sind sehr schwer, und bessere zu schaffen, wäre ausschließlich die zionistische Organisation berufen. Leider geschieht dies absolut nicht. Die zionistischen Institutionen in Palästina ignorieren die Arbeiterfrage vollständig. So wurde seitens der zionistischen Bank der Streikfonds der jüdischen Arbeiter nicht ins Depot genommen. Es ist daher kein Wunder, wenn die privaten Unternehmer noch weniger Rücksicht auf die jüdischen Arbeiter nehmen. Wir müssen fordern, daß die Vertreter der jüdischen Arbeiter bei allen Aktionen, welche die Arbeiter betreffen, mitgehört wrerden. Der jüdische Nationalfonds, zu dem die Arbeiter ja auch beisteuern, veranlaßt die Erbauung von Häusern, bei welchen jüdische Arbeiter nicht beschäftigt werden. Wie will man aber den jüdischen Arbeitern das Verbleiben im Lande möglich machen, wenn man so vorgeht? Um die Einwanderung von jüdischen Proletariern zu sichern, muß erstens die Kolonisation nach dem Vorschlage von Dr. Oppenheimer betrieben werden. Das ist die Hauptaufgabe des Nationalfonds; zweitens müssen in den jüdischen Kolonien Bedingungen geschaffen werden, welche Arbeitern die Seßhaftmachung ermöglichen. Nur so wird man in der Lage sein, mit dem arabischen Arbeiter, der günstige Bedingungen hat, zu konkurrieren. Solange die Forderungen der jüdischen Arbeiter nicht auf dem Kongreß erfüllt werden, solange die Volksforderungen der jüdischen Arbeiterschaft

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