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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 225

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 225 (sequence 225)
Language
German, English, Hebrew
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— 225 — abfassen? Darauf wurde uns erwidert: wir werden in dem Memorandum selbstverständlich sagen, daß die Aiko keine zionistische Organisation ist; das entspricht nur den Tatsachen; aber wir werden ebenso selbstverständlich den Zionismus in keiner "Weise angreifen oder ihm schaden. Der Vorsitzende Herr C4insberg fügte hinzu, es sei selbstverständlich, daß er nichts gegen den Zionismus unternehmen werde, sonst wäre ein weiteres Zusammenarbeiten der Parteien unmöglich. Herr Professor Warbu rg wird' sich daran erinnern, daß in dieser Form die Debatte verlaufen ist. Das Memorandum selbst hat man uns nicht vorgelegt. Ich höre zum erstenmal, was in dem Memorandum steht. Herr Prof. Warburg hat mir ebenfalls versichert, daß er kerne Ahnung von den unerhörten Ausführungen des Memorandums gehabt hat, die wir selbstverständlich auf das schärfste verurteilen. Ich bin es aber auch einem Manne wie Herrn Ginsberg schuldig, öffentlich zu erklären, daß er nicht die Schuld für solche Vorkommnisse trägt. (Präsident Wolffsohn: Aber die Verantwortung!) Vielleicht formell! Die Herren, die im Vorstand der Aiko mit uns über Palästina beraten, sind zu wenig versiert. Sie haben die gute Absicht, mitzutun, sind aber nicht in der Lage, die Dinge zu übersehen, und sind nicht so informiert, wie Herr Dr. Nossig, der genau weiß, was er tut. Anders kann ich mir nicht erklären, daß dieses Memorandum zustande gekommen ist. Wir haben verschiedentlich».« Proben dafür in Händen, daß Herr Dr. Ginsberg persönlich sehr warm für die Palästinasache ist. Ich muß öffentlich erklären, erst in den letzten Tagen bevor wir aus Berlin fort sind, hat gerade unter der eifrigen Mitwirkung des Herrn Ginsberg die Begründung einer wissenschaftlichen Palästinagesellschaft stattgefunden, die der Erforschung des Landes dienen soll, und das wäre ohne Mitwirkung dieses sehr vortrefflichen Herrn nicht möglich gewesen. Also Herr Ginsberg ist nicht verantwortlich; aber Herrn Dr. Nossig in irgendeiner Form zu decken, sehen weder ich, noch Prof. Warburg, noch Dr. Hey mann, für den ich auch sprechen kann, uns veranlaßt. Wir verurteilen dieses Vorgehen auf das schärfste und werden im engern Kreise der Aiko die Konsequenzen ziehen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Präsident Dr. Nordau: Wir treten in die Generaldebatte über die Palästinafrage ein. Die eingeschriebenen Eedner haben der Bestimmung des Kongresses gemäß die Generalredner gewählt. Der erste dieser Generalredner. Herr E abbin er Dr. Abrahamsohn erhält das Wort. Generaldebatte über die Palästinafragen Delegierter Rabbiner Dr. Abrahamsolln (Sarbogard): Hoher Kongreß! Zwei Seelen wohnen in meiner Brust. Ich spreche im Namen der ungarischen Landsmannschaft, und da ich auf der Basis der Gesetzestreue stehe, spreche ich auch im Namen der Misrachi. Ich will aber Ihre Geduld nicht zu lange in Anspruch nehmen. Erwägen Sie das Mysterium des Zahlenverhältnisses der Schkolim, die in Palästina eingegangen sind, und richten Sie sich darnach. Wir arbeiten dort seit einem Jahre, und kaum, daß wir auf dem Plane erschienen sind, ist das Verhältnis der misrachischen Schkolim dort 60%, und hinter uns steht die Masse des jüdischen Volkes, das, wir dürfen uns keiner Täuschung hingeben, nur auf unsere Parole wartet. Will der Zionismus etwas erreichen, muß er zur Psyche des jüdischen Volkes sprechen. Erst muß das Volk und dann erst wird das Land erobert werden. Deshalb ist es unsere erste und heiligste Aufgabe, uns in Palästina praktisch zu betätigen und zu arbeiten. Die Misrachim werden daher jede Tat in Palästina mit Freude unterstützen, sie mag heißen 15

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