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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 224

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 224 (sequence 224)
Language
German, English, Hebrew
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— 224 — die einen ausgesprochen nationalen Charakter hat und zu politischen Wünschen, Aspirationen, Bestrebungen führt, hat große Meinungsverschiedenheiten in der ottomanischen öffentlichen Meinung verursacht. (Hört, hört!) Wenn die ottomanische Regierung die jüdische Kolonisation unterstützt, so würde sie sicher sein können, daß die Einwanderung von Israeliten, die von jedem politischen Verdacht frei sind, in keiner Weise die nationalen Interessen gefährden wird." (Bewegung.) Präsident David TVolffsohn: Geehrter Kongreß! Sie werden jetzt selbst beurteilen können, ob ich berechtigt war, von Verleumdung und Beschimpfung des Zionismus zu sprechen seitens eines Mannes, der noch vor wenigen Monaten dem zionistischen Aktionskomitee angehört hat. (Pfuirufe.) Geehrter Kongreß! Die Worte, die Herr Dr, Nossig bei seinen Unterredungen gebraucht hat, waren selbst den Türken zu stark. Die Türken fragten, und zwar ansehnliche Leute: Was ist denn am Zionismus, wenn Juden zu uns kommen und sich damit einführen: „Wir sind keine Zionisten, wir werden auch nichts tun, was gegen die Türkei ist." Geehrter Kongreß! Wenn das eine große Organisation getan hätte, die Mittel besitzt, die etwas ausführen kann, dann hätte ich gesagt: Das ist zwar nicht schön, aber sie kann vielleicht etwas schaffen, ein paar Einwanderer, ein paar arme Juden wenigstens dort unterbringen, wenn auch unter Verrat gegen den Zionismus. Aber eine Gesellschaft, deren ganze Tätigkeit nur darin besteht, Eeklame in den Zeitungen zu machen, die weder Mittel noch Anhänger besitzt, kommt und will sich damit einführen, daß sie den Zionismus bei der türkischen Regierung verleumdet und /beschimpft. Sind denn die Interessen des jüdischen Volkes hefker? Darf denn jeder Beliebige im Namen des jüdischen Volkes und der jüdischen Gemeinden sprechen? Das wollte ich konstatieren, und ich glaube, ich war im Recht! (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Delegierter Dr. Friedemann: Nachdem diese unangenehme Angelegenheit zur öffentlichen Besprechung gekommen ist, muß ich auch ein paar Worte dazu sagen, weil drei Zionisten, die immerhin bekannte Namen haben, mit in dem geschäftsführenden Ausschuß der Aiko sitzen: Dr. Hey mann, Prof. Warburg und meine Wenigkeit. Als die Aiko begründet wurde, haben wir uns dem Unternehmen angeschlossen unter der selbstverständlichen Voraussetzung, daß die Aiko im engsten Zusammenhange mit der zionistischen Bewegung versuchen würde, ihr Ziel zu erreichen. Im Anfang waren auch absolut keine Differenzpunkte. Natürlich waren nicht alle Mitglieder im Vorstand und Geschäftsführenden Ausschuß Zionisten. Das war uns ganz gleichgültig. Wir gehören selbstverständlich auch Kolonisationsgesellschaften an und suchen das Wohl der Juden zu fördern, wo es irgend geht. Nur von einer Seite wurden dauernd dem Zionismus Hindernisse bereitet, wurde dauernd der zionistische Gedanke zurückgedrängt. Dadurch wurden Schwierigkeiten künstlich geschaffen für die zionistischen Mitglieder, gerade bei denjenigen antizionistischesten, die sonst wahrscheinlich friedlich mit uns gearbeitet hätten. Und zwar war diese eine Seite immer wieder Dr. Nossig. (Pfuirufe.) Wir haben im Verwaltungsrat dauernd Schwierigkeiten gehabt. Es sind alle möglichen Kombinationen hervorgesucht worden, um immer wieder Frieden zu stiften. Ich muß Ihnen nun sagen, wie dieses Memorandum zustande kam. Als ich im Sommer zurückkam, wurde mir telegraphisch mitgeteilt, es müßte noch abends eine Sitzung bei Dr. Ginsberg stattfinden. (Hört, hört!) Ich bin dorthin gegangen, ohne zu wissen, was vorlag. Es wurde uns dann über Verhandlungen berichtet, die Herr Dr. Nossig mit maßgebenden Persönlichkeiten der Türkei geführt haben sollte, und es wurde uns gesagt, daß er wahrscheinlich nach der Türkei gehen werde. Ich war persönlich nicht sehr dafür, ebenso die andern Herren. Wir haben aber gesagt, man weiß nicht recht, was herauskommen kann, und haben nur gefragt: Wie werden Sie das Memorandum

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