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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 217

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 217 (sequence 217)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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Allein, nach der Verwirklichung dieser Reform werden wir vor eine neue Aufgabe gestellt werden. Wir werden eine Anzahl begabter junger Leute vor uns sehen, die keine Mittel besitzen, um sich höhern Studien widmen zu können. Es wird also notwendig sein, durch Stipendien und ähnliche Einrichtungen einer tüchtigen und strebsamen Jugend die Mittel für ihre Ausbildung zu verschaffen. Diese Fürsorge würde den vierten Teil unseres Programms bilden. Ich möchte den Gedanken nicht aufkommen lassen, als wäre es meine Absicht, die wichtige Aufgabe der Unterstützung befähigter junger Leute und der Förderung ihrer höhern Studien zurückzustellen, solange unser ganzes Schulwesen nicht gründlich umgewandelt worden ist. Das wäre ein verhängnisvoller Fehler. Die Unterstützung und die Förderung junger Leute muß. unverzüglich in Angriff genommen werden, um so mehr, als die Ergebnisse dieser Tätigkeit doch erst nach einer längern Zeit an den Tag treten können, da die betreffenden jungen Leute längere Studien absolvieren müssen, um sich dann zum Wohl unserer Gesamtheit nützlichen Karrieren widmen zu können. Man müßte schon jetzt die Gründung von Darlehnskassen fördern, aus denen nach Fortbildung strebende Lehrer und bildungsbedürftige Leute Unterstützung erhalten könnten. Diese Kassen würden die Grundlage für eine allgemeine Kasse zur Förderung jüdischer Studierender bilden. Ich halte es für überflüssig, über die Tragweite einer solchen Einrichtung Worte zu verlieren. Bildet ja die Unterstützung der studierenden Jugend einen Gegenstand sorgsamer Pflege in allen jüdischen Gemeinden Europas und Amerikas. Es ist sicher, daß auch die jungen Juden der Türkei sich allen andern ihrer Stammesgenossen ebenbürtig zur Seite stellen werden, wenn wir ihnen den notwendigen Beistand und Schutz gewähren werden. Wir müssen auch dafür sorgen, — und das ist der fünfte Punkt unseres Programms, — die Gründung jüdischer Mittel- und Hochschulen tatkräftigst zu fördern. Diese Schulen könnten eine ganz hohe Bedeutung in Palästina erlangen, das ein Zentrum jüdischer Kultur sowohl für das ottomanische wie auch für das Weltjudentum zu werden bestrebt ist. Nichts kann mit der wohltätigen Wirkung für die Hebung unserer nationalen Gruppe, die wir von dieser Tätigkeit erwarten, verglichen werden. Wir haben daher mit Genugtuung von der Schaffung und der Entwicklung der Normalschule des Hilfsvereins in Jerusalem und des Hebräischen Gymnasiums in Jaffa vernommen. Wir waren hocherfreut, als die Kunde zu uns drang, daß dank der edlen Gabe der Wissotzki'schen Erben, des Herrn Jakob Schiff und anderer wohltätiger Juden Europas und Amerikas ein polytechnisches Institut in Haifa begründet werden soll. Richten wir von hier einen Brudergruß an diese würdigen Söhne Israels!

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