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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 215

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 215 (sequence 215)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 215 — winkel hinein, wo die uns bis auf den heutigen Tag unbekannten Gruppen unserer Glaubensgenossen leben, ausbreiten. Jede kleine jüdische Gemeinde soll ihre kleine Ortsbibliothek haben: jede von den acht oder zehn größern Gemeinden eine große Rayonbibliothek. Jerusalem soll das Zentrum und seine Bibliothek soll gleichzeitig die Hauptstütze und Krönung dieses Werkes bilden. Die Veröffentlichung eines Jahrbuches und die Gründung von Bibliotheken liegen unmittelbar im Bereiche unserer Möglichkeiten. Anders verhält es sich mit der Schulreform, die den dritten Punkt unseres Programms bildet. Hier werden wir mit vielen Schwierigke ten rechnen müssen, auch der Geldmangel wird nicht zu den geringsten gehören. Bis jetzt war der Unterricht, den unsere Kinder in den Schulen genossen, höchst ungenügend. Die Landessprache wird in den Talmud-Thoras und Chedarim wenig oder gar nicht berücksichtigt; das Lehrerpersonal ist größtenteils nicht fähig, den Schülern auch nur die üblichen notwendigsten Kenntnisse beizubringen; ebenso mangelhaft ist der Unterricht in den Allianceschu en, deren ehemalige Zöglinge, da sie keine Talmud-Thoras besuchten, gar keine Kenntnisse des Hebräischen besitzen und auch zumeist die offizielle Sprache, das Türkische, schlecht beherrschen. Es sind nur eine kleine Anzahl von Privatsehulen und die des Hilfsvereins der deutschen Juden vorhanden, die den Bedürfnissen des Landes entsprechen, die für die allgemeine Ausbildung sorgen, ohne das Hebräische aufzugeben, das wir als Juden erlernen müssen, ohne die türkische Sprache, die uns als ottomanischen Bürgern unentbehrlich ist, zu vernachlässigen. Es liegt die Notwendigkeit vor. sowohl die Talmud-Thoras und Chedarim-, als auch die Alliance-Schulen einer gründlichen Reform zu unterziehen. Diese Reformen, wenn sie wirksam sein sollen, erfordern einen großen Geldaufwand. Das ist aber nicht alles. Man kann zwar mit Hilfe des Geldes verschiedenartige Schulen begründen, in denen sowohl das Hebräische als auch das Türkische erfolgreich gelehrt würde, doch dies genügt nicht, um eine große Institution von ihrer Schablone abzubringen. Von seiten der Talmud- Thoras wie auch von der der Alliance begegnet man einem lebhaften Widerstande, der uns leicht erklärlich bei den ersteren. doch unbegreiflich bei der letztern erscheinen muß. Es ist eine Tatsache, daß es der Alliance unmöglich ist, sich über ihre Vergangenheit hinwegzusetzen; sie ist nicht imstande, sich ihres Personals zu entledigen; wenn sie auch den innigsten Wunsch hegte, sowohl für das Hebräische als Türkische zu arbeiten, sie würde auf einen Indifferentismus stoßen, ja manchmal sogar auf Widerwillen seitens ihrer Direktoren, die stets gegen alles, was ihnen keine persönlichen Vorteile bietet, voreingenommen sind. Eine gründliche Reform unserer Talmud-Thoras und Allianceschulen wird eine schwere Aufgabe bilden, aber wir müssen daran

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