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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 204

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 204 (sequence 204)
Language
German, English, Hebrew
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— 204 — Ansicht, wenn von anderer Seite dieser Sache ein solches Vertrauen entgegengebracht wird, daß man einen Fonds von 100 000 Frs. zu diesem Zwecke zusammenbringt, dann ist der Nationalfonds berechtigt, soweit die Mittel erforderlich sind, um das Land in Betrieb und in Bewirtschaftung zu setzen und es zu verbessern, auch .die'Mittel zur Inbetriebsetzung dieses Landgutes zu gewähren. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Wenn nach diesem Modus verfahren wird, trifft das Eisiko dieses Unternehmens nicht den Nationalfonds, der durch Investierung dieses Unternehmens auf eigenen Grund und Boden immer den Wert, den er hingibt, im Besitze behält, dann trifft das Risiko diejenigen, die im vollen Bewußtsein der Gefährdung ihres Kapitals sich an diesem Unternehmen durch Gewährung von Beiträgen beteiligen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen) Delegierter Dr. Niemirower (mit lebhaftem Beifall und Händeklatschen begrüßt): Geehrter Kongreß! Die Palästinaarbeit ist nunmehr die Seele der ganzen Bewegung. Nachdem unser Führer Dr. Nor da u in genialer, wenn auch populistischer Weise das uns allen teuere Baseler Programm gedeutet hat, nachdem er die Grabrede auf den Charter gehalten, ist die Arbeit in Palästina tatsächlich das Ein und Alles der Bewegung, und die Zionisten in Rumänien haben zu den ersten gehört, die gleich den russischen Zionisten Kolonien in Palästina gegründet haben. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Ich brauche bloß an die Namen Dr. Lippe und Samuel Pineles zu erinnern. (Erneuter lebhafter Beifall.) Die rumänischen Juden haben, obgleich Rumänien das Land der klassischen Judennot ist, verhältnismäßig sehr große Summen für den Nationalfonds und für andere Institutionen gespendet. Eine Gesellschaft „Chowewe Zion David" hat allein 12 500 Frs. gespendet. Die rumänischen Vereine halten es für ihre Aufgabe, mehr in Palästina zu vollbringen. Wenn wir auch nicht große Taten vollbringen, so muß doch eine Tätigkeit entfaltet werden, und in praktischer Arbeit, kann man sehr wohl, was in politischer Beziehung nicht möglich ist, zwischen Tun und Getue unterscheiden. Die praktische Arbeit ist auch das beste agitatorische Mittel für uns. (Rufe: Sehr richtig!) Wenn uns Dr. Nord au sagt, daß wir warten müssen, so müssen wir darauf antworten, man wartet leicht, wenn man etwas erwartet. Man kann zum Volke leicht sprechen, Avenn man etwas verspricht, wenn man auf Taten und auf Leistungen hinweist, und wir können uns freuen, daß der Komplex der Fragen, Avie er jetzt auf der Tagesordnung steht, ein anderer ist, als die Fragen an den ersten Tagen. An den ersten Tagen haben wir nur ein Alchet, ein Sündenbekenntnis gehört, aber ein umgekehrtes, wie es sonst bei den Juden der Fall ist, daß jeder seine eignen Sünden bekennt und auf sein Herz schlägt, indem die meisten Delegierten die Sünden der Leitung aufgezählt, und die Leitung die Sünden der Delegierten bekannt hat, (Heiterkeit.) Es kann heute ein Versöhnungstag sein, der alle versöhnt. Die praktische Arbeit, die alle Gruppen vereinigt und versöhnen muß, ist A'on der größten Wichtigkeit. Jeder Bauin in Palästina ist der beste Agitator für unsere Idee. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Wenn auch Prof. Warburg gestern gesagt hat, man kann nicht seinen Namen mit jedem Baum in Verbindung bringen, so ist es doch möglich, jeden Baum in das Herz jedes Einzelnen zu pflanzen. Wir brauchen eine solche Agitation. Während man sonst Aron Staaten gesagt hat, daß diejenigen die besten sind, in welchenes weniger Gesetze, weniger Soldaten und weniger Steuern gibt, so sind wir gezwungen, immer mehr Selbstbesteuerung und immer neue Soldaten für unsere Bewegung zu verlangen, und immer neue Werte für unsere Bewegung zu schaffen. Nur praktische Arbeit ist hierzu notwendig. In Rumänien, wo in der letzten Zeit unsere Finanzinstitutionen unter der Leitung unseres Föderationspräsidenten Heinrich Schein erstarkt sind, werden Sie es begreiflich finden, daß wir dort praktische Vorschläge machen. Dort ist der Nationalfonds vielen so heilig, — ich stehe nicht auf dem Standpunkte des Antrags, den ich hier stellet — daß man

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