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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 202

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 202 (sequence 202)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476272--3232-3479373
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— 202 — könnte' nur bedauern, wenn an dem Heiligsein der Zionismus verblutet, so daß das heilige G-eld übrig bleibt, ohne die Möglichkeit der Verwendung. Aber ie.li will nicht anklagen, ich muß mich hinstellen als Schnorrer, aber dann wenigstens als König der Schnorrer. (Lebhafte Heiterkeit.) Ich muß mich wieder an Sie wenden, um die Mittel zu erhalten. Ich bringe folgende Resolution ein: „Der IX. Zionistenkongreß hält an den Beschlüssen der früheren Kongresse fest, die genossenschaftliche Siedelungsmethode in den Tätigkeitsbereich der zionistischen Organisation aufzunehmen. Um die Durchführung dieses Beschlusses zu ermöglichen, überläßt der Jüdische Nationalfonds pachtweise der zu errichtenden genossenschaftlichen Kolonie den erforderlichen Boden. Um das Betriebskapital aufzubringen, wird durch eigene Sammlung ein Genossenschaftsfonds gebildet, der an den Jüdischen Nationalfonds angegliedert wird. Er wird verwaltet von einem Komitee, bestehend aus Vertretern des Direktoriums des Jüdischen Nationalfonds und der Arbeiterschaft." Diese Resolution überreiche ich Ihnen mit der Bitte um einstimmige Annahme. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Wir brauchen zweierlei, wir brauchen nicht nur Ihr Geld, das brauchen wir auch, aber vor allem brauchen wir Ihr Vertrauen. Wir brauchen das Vertrauen aller Teile, denn eine Schwierigkeit existiert noch, und die liegt im jüdischen Arbeiter. Der hat schon so viel Theorie im Leibe, daß es schwer fallen wird, mit ihm auszukommen. (Lebhafte Heiterkeit und Zustimmung.) Sie haben schon gesehen, daß es jüdische Arbeiter gibt, die selbst das Verhältnis zwischen einem genossenschaftlichen Manager und seinen Arbeitergenossen, über die er kommandiert, nicht anders ansehen, als das zwischen einem kapitalistischen Ausbeuter und Proletariern. Das ist eben das Schwere für uns. Wir werden nicht nur aus den Ackern, sondern auch aus den Gehirnen viel Unkraut ausroden müssen. (Heiterkeit und Beifall.) Und dazu brauchen wir das Vertrauen aller Kreise. Wenn alle übereinstimmend der Meinung sind, daß das Werk durchgeführt werden muß bis auf den letzten Mann und auf den letzten Groschen, und niemand Mißtrauen sät zwischen uns und denen, die uns das erarbeiten sollen, dann wird es gehen. Im übrigen möchte ich noch etwas zur Resolution hinzufügen: Die Arbeiter, die wir dort ansiedeln, die wollen nichts geschenkt haben. Wir wollen das uns gegebene Geld verzinsen und zurückzahlen, und ich hoffe, wir werden es hoch verzinsen und prompt zurückzahlen. Die Form dafür wird schon gefunden werden. Denn sie wird gesucht werden, und Sie begreifen, daß das nicht etwa Versprechungen sind, die man gibt, um ein Attentat auf Ihren kostbaren Besitz auszuüben, sondern daß das im Wesen des Versuchs selbst liegt. Denn nur wenn der erste Versuch so glückt, wie wir es verstehen, daß er sich hoch verzinst und prompt amortisiert, nur dann bekommen wir Kapital für die nächsten Unternehmungen. Für uns ist das noch kein Glück, wenn wir durchkommen, wir müssen glänzend durchkommen. Deshalb wollen wir nichts geschenkt haben, sondern das Erhaltene zurückzahlen, die Form wird sich, wie gesagt, finden lassen.

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