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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 201

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 201 (sequence 201)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 201 — keiten im Wege, die der Bewegung überhaupt im Weg*' stehen, sondern auch die Schwierigkeiten des Unternehmens selbst, und nun verlange ich von Ihnen, ich fordere von Ihnen, ich bitte nicht, ich fordere, daß Sie helfen, das zustande, zu bringen, ich fordere es im Namen Ihres eigenen Wortes. Meine Herren! Es ist so furchtbar leicht. Reden zu halten (Beifall), so furchtbar leicht, mit Beden die Luft zu erschüttern^ es ist so furchtbar leicht, sich als den großen Anhänger eines großen Gedankens auszugeben, wenn es nicht weiter geht, als bis in den ersten Vorhof des. Portemonnaies. (Sehr gut und Beifall.) Ich höre hier fortwährend von einem begeisterten Patriotismus, von einem überquellenden Nationalgefühl, von allen möglichen Hoffnungen und Wünschen; ja, wenn Sie das wollen, meine Damen und Herren, für solche Ziele sind früher nicht nur die Männer, sondern auch die Frauen auf die Scheiterhaufen gegangen. Da tun Sie wenigstens das Bißchen, Avas Sie tun können, und geben Sie so viel (leid für uns, für die Männer, die Sie an die Spitze gestellt haben, von denen Sie verlangen, daß sie nicht nur die Legislative und Exekutive üben, sondern daß sie auch etwas leisten sollen, geben Sie uns das lausige Geld. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Es ist verdammt billig und verdammt einfach, alle zwei Jahre hierher zu kommen und uns, die wir mit blutigen Knöcheln am Steuer stehen, anzugreifen und zu sagen: Ihr leistet nichts. Ich sage: Leistet Ihr etwas"? (Lebhafter Beifall.) Seid Ihr so eifrige Zionisten, dann gebt nicht nur das, was Ihr entbehren könnt, ohne daß Ihr Euch ein Diner abspart, sondern soviel, daß es Euch ins Mark schneidet; versagt uns nicht die Mittel, wir führen Krieg, und ich sage wie der alte Montecuculi: Zum Kriegführen braucht mau erstens Geld, zweitens Geld, drittens Geld. Wenn wir bei jedem Schritt, den wir zu tun haben, mit 5 Frs.-Stücken rechnen müssen, wenn uns fortwährend die pupillarsichere Politik des Nationalfonds und des Trust im Wege steht, wenn wir weder für Bakschiseh, noch für eine Heise, noch für eine Untersuchungskommission Mittel finden und sagen müssen, angeblich stehen acht Millionen Menschen hinter uns, dann wird uns manchmal mies und moos. (Präsident Wolffsöhn: mies ohne Moos! Heiterkeit.) Ganz richtig, es wird mir zugerufen: mies ohne Moos! (Erneute große Heiterkeit.) Also ineine Damen und Herren! Wir stolpern überall über Zwirnsfäden. Die Herren vom Nationalfonds stellen sich immer innerhalb der ihnen gesteckten Grenze auf das prächtigste uns gegenüber, sie können nicht anders. Der Nationalfonds hat die wunderbar geistreiche Bestimmung, daß er zwar Land kaufen, aber nicht in valeur setzen darf. Er darf weder umgraben, noch Gebäude errichten, noch einen Weg legen. Das ist geradeso, als wenn Sie sich ein schönes Stück Tuch kaufen, aber sich keine Hosen davon machen dürfen. (Lebhafte Heiterkeit.) Wenn ick irgendwo für 100 000 Land kaufe und lasse es liegen, dann ist es keine 50 Pfennige wert, wenn ich es nicht wiederverkaufen darf. Wenn ich weitere 100 0U0 JC hineinstecke, ist es 250 000 Jt wert. Das darf der Nationalfonds nicht, er darf nur das rohe Land geben; das will er auch, und damit müssen wir uns begnügen. Denn es handelt sich ja um „heilige Gelder-. Ich

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