Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
- Date
- 1910-01-01
- Page
- – (sequence 195)
- Language
- German, English, Hebrew
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s IV. TAG Mittwoch, 29. Dezember 1909 VORMITTAGS-SITZUNG BEGINN : 10 UHR 10 MIN. Präsident Dr. Nordau: Die Sitzung ist eröffnet Herr Dr. Weitzmann wünscht eine Mitteilung zu machen. Vorsitzender des Permanenzaiissehusses Prof. Dr. Weitzmann: Die Mitglieder des Permanenzausschusses werden gebeten, sich um 11 Uhr im Saal des A. C. zu versammeln. Präsident Dr. Nordau: Herr Dr. Nacht hat das Wort zu einer Bemerkung. Delegierter Dr. Nacht: Ich muß eine Berichtigung vorbringen. Ich werde immer als R ab in o witsch bezeichnet, heiße aber Nacht. In der „Welt" wird auch von mir als „Rabinowitsch" berichtet. Im allgemeinen scheint mir, daß die Presse auf diesem Kongreß nicht gut wegkommt. Ich weiß, daß in Rumänien Herr Schwa.rzfeld seine Zeitung in den Dienst de* Zionismus gestellt hat. Unser Präsident erfreut sich in Rumänien der größten ^Hochachtung. Präsident Dr. Nordau (unterbrechend): Das geht weit über den Rahmen einer Berichtigung hinaus. Delegierter Dr. Nacht (fortfahrend): Die Presse hat in der ehrlichsten und offensten Form . . . (Präsident Dr. Nordau gibt das Glockenzeichen) sich gegenüber unserm Präsidenten verhalten. Präsident Dr. Nordau: Ich entziehe Ihnen das Wort. Das Wort hat nun Herr Dr. Franz Oppenheimer. Delegierter Dr. öppenheimer (mit lebhaftem Beifall und Händeklatschen begrüßt): Meine Herren! Es sind jetzt fast genau sieben Jahre vergangen, seit ich mit unserm verewigten Führer Herz! zuerst die Grundlinien der Angelegenheit vereinbart hatte, über die ich heute noch einmal zu sprechen wünsche. Sieben Jahre hat mich die zionistische Partei um meine Braut dienen lassen. Ich hoffe, sie wird mir diesmal nicht die triefäugige Lea, sondern gleich die schöne Rahel geben. (Lebhafter Beifall und Heiterkeit.) Ein halbes Jahr darauf, vor 6V2 Jahren, haben Sie in Basel den Vorschlägen zugejubelt, die ich Ihnen machte, und — es ist beim Jubel geblieben. Und doch hat es sich um Pläne gehandelt, die uns ein ziemliches Stück Irinübergeführt hätten über das, was man neuerdings mit einem zierlichen Ausdruck als Schnorrerunternehmungen zu bezeichnen scheint. Als Herzl mich für die Bewegung warb, als er mich zu gewinnen suchte für seine großen Pläne, die seitdem die meinen geworden sind, hat er gewußt, daß es sich bei den Dingen, für die er mich wollte, um mehr handelt, als um kleine Organisation, um mehr als um Rachmones, um mehr als um großzügige Philanthropie, daß es sich um eine Volkssache handelt und darüber hinaus, um eine Menschheitssache. Er hat wohl gewußt, daß es sich 13*