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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 194

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 194 (sequence 194)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 194 — Wir sind überzeugt, daß der Kongreß ein lebhaftes Interesse daran hat, die besitzlosen Einwanderer in Palästina zu schützen und zu fördern. Ich werde mir erlauben, bei der Spezialdebatte eventuell noch das Wort zu ergreifen, um kurz die Notwendigkeit dieser genossenschaftlichen Kolonisation zu begründen. Ich werde nachweisen, daß wir in Palästina vor folgendem Dilemma stehen: Die jüdischen besitzlosen Einwanderer haben nicht die Möglichkeit, Besitzende zu werden. Die Agrarbank, die geplant wird, kann ein Kreditinstitut sein für Kreditfähige. Die Arbeiter, die nach Palästina kommen und die Landwirtschaft nicht kennen oder, wenn sie auch qualifiziert sind, selbst keinen Besitz haben, sind nicht kreditfähig, für sie ist die Agrarbank wertlos. Ich werde aber auch nachweisen, daß diese besitzlosen Einwanderer nicht die Möglichkeit haben, in der Landwirtschaft Palästinas als Landarbeiter an den Boden gefesselt zu werden. Wir stehen vor der Tatsache, — der Kongreß darf vor dieser Tatsache die Augen nicht verschließen, — daß Palästina, ein Land der Auswanderung für die jüdischen Landarbeiter geworden ist. Vizepräsident Dr. Bodenheimer (unterbrechend): Sie können in der Spezialdebatte diese Ausführungen vorbringen, ich bitte, jetzt zu schließen. Delegierter Kaplansky (fortfahrend): Wir werden diesen Antrag einbringen, und-ich hoffe, daß der gesamte Kongreß dieser wichtigsten Frage der jüdischen Kolonisation in Palästina seine größte Aufmerksamkeit schenken wird. (Lebhafter Beifall.) Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Ich möchte einige geschäftliche Mitteilungen vorbringen. Die russischen Delegierten versammeln sich morgen um 9 Uhr nachmittags im Hochzeitssaale. Morgen nachmittag um ^2 3 Uhr versammelt sich die südafrikanische, und morgen um 9 Uhr früh die deutsche Landsmannschaft, die erstere im großen Saale und die letztere im Saale des Schaltergebäudes. Die westösterreichische Landsmannschaft hat morgen um 9 Uhr früh in der Restauration Klauser eine Sitzung. Das Wort hat nun der Herr Delegierte Ben-Zwi. Delegierter Ben-Zwi (Jargon): Jetzt kann man über organisierte Gesellschaften in Palästina frei sprechen. Aber niemand erteilt Batschläge. Die Bank hat eine politische Wirkung, das Palästinaamt ist in seiner Tätigkeit beschränkt, die Juden Palästinas müßten organisiert werden. Zuerst gilt es, die zionistischen Institute zu organisieren. Der jüdische Arbeiter, der wichtigste Faktor, wird vernachlässigt. Die Poale-Zion in Palästina sind für die Vorschläge Oppenheimers. Jetzt leben die jüdischen Arbeiter im Elend. Es müssen hygienische Bedingungen für die Arbeiter geschaffen werden, Arbeiternachweise und -Wohnungen sind notwendig; die Arbeiter opferten sich für Zion, und der Kongreß soll für die Arbeiter eintreten. In diesem Sinne beantrage ich folgende Resolution: „Der IX. Kongreß anerkennt den Wert und die Bedeutung der Verbesserung des Standes der jüdischen Ackerbauer durch verschiedene Maßnahmen, wie Arbeitsstätten in der Nähe der Kolonien, billige Wohnungen usw. Der Nationalfonds soll den Boden dazu geben." (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Die nächste Sitzung beginnt morgen vormittag 10 Uhr. Die jetzige Sitzung ist geschlossen. (Schluß der Sitzung: 7 Uhr.)

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