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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 193

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 193 (sequence 193)
Language
German, English, Hebrew
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— 193 — Hungen, daß es solche zwei Schichten der jüdischen Einwanderer in Palästina gibt. Was die Besitzenden anbetrifft, die über kleinere und größere Kapitalien verfügen, so steht meine Fraktion auf dem Standpunkte, daß die zionistische Organisation verpflichtet ist, für diese besitzenden Elemente ein entsprechendes Agrarinstitut zu schaffen. Über die Agrarbank wird Ihnen ein besonderer Ausschuß Bericht erstatten. Ich habe keine Veranlassung, auf diese Frage hier einzugehen. Nur eins möchte ich bemerken. Wir sehen die Notwendigkeit eines Agrarinstituts ein, aber wir wenden uns von vornherein dagegen, daß diese Agrarbank nicht aus neuherangezogenen Kapitalien gebildet wird. Wir stehen auf dem Standpunkt, daß die Agrarbank ebenso gebildet werden muß, wie seinerzeit die Kolonialbank gebildet wurde. Es muß eine kräftige Agitation entfaltet werden, und es unterliegt keinem Zweifel, daß alle Elemente des jüdischen Volks, die an dem Entstehen einer solchen Agrarbank interessiert sind, und anderseits eine Reihe von jüdischen Unternehmern und Kapitalisten, die einsehen, daß diese Agrarbank ein vorzügliches Geschäft ist, alle Kräfte anspannen werden, um dieses Institut zustande zu bringen. Wogegen wir uns wenden, ist die Verwendung des Jüdischen Nationalfonds, des jüdischen Volksvermögens, für Kreditzwecke. Der verehrte Präsident des Jüdischen Nationalfonds, Herr Dr. Bodenheimer, erklärte zwar, daß es der einzige Zweck des Nationalfonds ist, Boden anzukaufen. Ich möchte in diesem Falle weitergehen. Nach meiner Ansicht ist es der ausschließliche Zweck des Jüdischen Nationalfonds, Boden zu kaufen, der natürlich Eigentum des jüdischen Volkes bleiben soll, daß es aber auch der Zweck des Jüdischen Nationalfonds ist, diesen seinen Boden in einen bewirtschaftungsfähigen Zustand zu bringen. Wir haben nichts einzuwenden, daß der Nationalfunds sein Vermögen dazu verwendet, um seinen eigenen Boden zu ameliorieren, um ihn bewirtschaftungsfähig zu machen. Wogegen wir uns wenden, ist, daß der Nationalfonds für Privatzwecke verwendet wird, daß er Privatimternehmungen zugute kommt und nicht der Gesamtheit. Wir wenden uns dagegen, daß er in eine Darlehnskasse verwandelt wird. (Beifall.) Ich erwarte, daß der Kongreß nicht gestatten wird, daß man an den alten bestehenden Fonds, die bestimmte Zwecke haben, zerrt. Ich glaube, der Kongreß wird nicht erlauben, da ß man sich mit den bestehenden Fonds begnügt und sie zweckwidrig venvendet. Wenn eine Agrarbank notwendig ist, soll sie geschaffen werden, aber sie soll nicht aus andern Fonds, die für andere Zwecke geschaffen wurden, für Kreditzwecke, verwendet werden. In diesem Sinne haben wir seinerzeit Verwahrung* gegen die Verwendung des Nationalfonds für verschiedene Unternehmungen eingelegt, und diesen Protest wiederhole ich von dieser Tribüne. ('Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Ich hoffe, der Kongreß wird dafür Sorge tragen, Bürgschaften zu schaffen, daß eine derartige' zweckwidrige Verwendung des Nationalfonds für alle Zeit verhindert wird. Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Herr Kaplansky, ich mache Sie darauf aufmerksam, daß Ihre Zeit um ist. Sie können aber, wenn Sie etwas ganz wichtiges zu sagen haben, noch ganz kurze Zeit sprechen. Delegierter Kaplansky (fortfahrend): Ich bedaure außerordentlich, daß es unmöglich ist, in zehn Minuten vieles zu sagen, insbesondere, wenn man so langsam sprechen muß, um allen hörbar zu sein. Ich mache Gebrauch von der Liebenswürdigkeit des Herrn Präsidenten, der mir erlaubt hat, wenigstens noch einige Sätze zu sprechen. Der Grundsatz der Agrarpolitik der zionistischen Organisation muß sein, — und das, glaube ich, soll der leitende Gedanke sein, — nur Unternehmungen zu fördern, die eine sozial-wirtschaftliche Tragweite und Wirksamkeit besitzen. In diesem Sinne stellt unsere Fraktion gemeinsam mit den Vertretern vieler anderer Fraktionen und Landsmannschaften diesem Kongreß einen Antrag, der dahin geht, die genossenschaftliche Kolonisationsmethode in den Tätigkeitsbereich der zionistischen Organisation aufzunehmen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) 1?,

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