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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 188

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 188 (sequence 188)
Language
German, English, Hebrew
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— 188 — haben wir einen gesunden Schädel, daß wir anfangen können, zu arbeiten, um wirklich zu unserm Ziele zu gelangen, so daß der Zionismus vom IX. Kongreß verstärkt, verbessert und vertieft hervorgeht. (Beifall.) Gestern wollte ich hier einen Antrag mitteilen, der in der englischen Landsmannschaft gestellt wurde, für den da selbstverständlicherweise nur eine kleine Minorität (4 Leute) gestimmt haben: das war eine Desavouierung der Briefe C owens an War bürg. Heute will ich aber hier einen andern Antrag stellen. Lachen Sie nicht. Ich sage nur eins: Herr Blitz sprach vorhin davon, daß wir, wenn wir zu unsern Vereinen hinauskommen, ihnen sagen müssen, daß wir wirklich für Palästina arbeiten. Da wird uns aber jeder mit gesundem Verstände sagen: Wenn diese Briefe Cowens an Warburg nicht desavouiert sind, geben wir keinen Pfennig für die Arbeit in Palästina. (Lebhafter Beifall.) Daher stelle ich folgenden Antrag, den Sie schon aus Propagandagründen annehmen müßton: ,,Der Kongreß gibt hiermit Heiner tiefsten Entrüstung über die von Mr. Josef Co wen an Professor War bürg gerichteten Briefe lebhaften Ausdruck". (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Vizepräsident Di\ Bodenheimer (unterbrechend): Ich bitte, mir dann Ihren Antrag zu überreichen und zu schließen, denn Ihre Zeit ist um. Delegierter Dr. Daiches (fortfahrend): Ich schließe und hoffe, daß wenigstens die Zeit des Zionismus nicht um ist. (Lebhafter Beifall, -i- Unruhe.) Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Das Wort hat Herr Dr. Hausmann. Delegierter Dr. Hausmann (Lemberg): Geehrter-Kongreß! Auch ich muß in ■ einigen Worten an den Briefwechsel Cowen-Warbürg anknüpfen, obwohl meiner Ansicht nach an und für sich die Meinungsäußerungen von Einzelpersonen, auch wenn sie eine noch so bedeutende Stellung in der Partei haben, keine Veranlassung zu einer großen Debatte im Plenum des Kongresses bilden. Aber die Art und Weise, wie dieser Briefwechsel in die Öffentlichkeit des Kongresses und in die größere Öffentlichkeit der Partei gelangt ist, ist eine Provokation nach der Richtung, daß sich der Kongreß entscheidet, daß er seiner Meinung Ausdruck verleiht, ob er mit der von Professor War bürg eingeschlagenen Richtung zufrieden ist und in ihr die Arbeit fortgeführt wissen will, oder ob er von ihr ablenken will. (Zustimmung.) Herr Co wen wirft den Unternehmungen Warburgs vor, daß sie Fehler sind, aus dem Grunde, weil sie keine Dividende zahlen, ja in manchen Fällen Verluste hervorgerufen haben. Fehler in diesem Sinne ist alles, was wir in Palästina bis heute haben, denn alles ist auf solche Fehler aufgebaut worden. Und nur diesen Fehlern haben wir es zu verdanken, daß wir heute etwas haben. Was fehlerhaft gemacht wird, kann ausgebessert werden, was nicht gemacht wird, ist nicht da. (Lebhafter Boifall und Händeklatschen.) Meine verehrten Herren! Sie tun sich etwas darauf zugute, daß unsere Gelder wie Waisenfonds vorwendet werden. Dies ist ein Vorteil für einen, der sich zu Grabe legen und sicher wissen will, daß das Vermögen, das er seinen Waisen zurückläßt, nicht angetastet wird. Aber wir sind Lebende. Wir wollen, daß unser Geld arbeitet, um uns vorwärts zu bringen, und wir wollen keine Waisenfonds, auch wenn wir Verluste riskieren. (Beifall und Händeklatschen.) Wir haben uns nicht Palästina gewählt, weil es ein Land von ökonomischen Vorteilen ist. Wir wollen dort arbeiten, auch, wenn wir derzeit noch Verluste riskieren. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Die Grenze ist nicht das Risiko der Verluste. Die Grenze ist die wirtschaftliche. Kapazität des Landes. Aber das bloße Risiko von Verlusten darf die Grenze nicht sein. Meine verehrten Delegierten! Ich komme mit einein positiven Vorschlage. Es ist für mich eine wohlüberlegte Sache, dem Kongreß möchte ich

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