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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 186

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 186 (sequence 186)
Language
German, English, Hebrew
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— 186 — werden,' diese Redner zuhören; denn es wird jeder etwas Positives mitzuteilen haben. Es ist mir nun ein Antrag übergeben worden, welcher dahin geht, die Redezeit auf zehn Minuten zu beschränken. In zehn Minuten ist es jedem einigermaßen geübten Redner möglich, die wesentlichen Punkte vorzubringen, und wenn die Redezeit auch nur auf zehn Minuten beschränkt wird, so werden 75 Redner ungefähr zwölf Stunden in Anspruch nehmen. (Mehrere Delegierte melden sich zum Worte.) Ich nehme hier nur Anträge zur Kenntnis. Wenn Sie solche stellen wollen, reichen Sie sie ein. (Rufe: zur Geschäftsordnung!) Eine Debatte über die Geschäftsordnung werde ich nicht zulassen, die Geschäftsordnung leite ich, wir können nicht zu 75 Rednern auch noch eine Geschäftsordnungsdebatte ertragen. (Rufe: fünfzehn Minuten!) Der Kongreß wird entscheiden. Es liegen zwei Anträge vor auf Beschränkung der Redezeit, und zwar auf zehn und auf fünfzehn Minuten. Der weitergehende Antrag ist die Beschränkung auf zehn Minuten, ich bringe diesen zur Abstimmung. Ich bitte den Mittelgang frei zu stellen; wer für zehn Minuten ist, wolle die Hand erheben. (Geschieht.) Gegenprobe. (Dieselbe erfolgt.) Der Antrag ist angenommen, damit entfällt der zweite Antrag. Ich erteile nunmehr das Wort dem Herrn Dr. Samuel Daiches. Delegierter Dr. Baiches: Verehrter Kongreß! Schon wieder ist nach dem zweiten Redner die Guillotine gefallen, und schon wieder muß man sich in zehn Minuten fassen: aber man muß einmal müssen. Verehrter Kongreß! Gestern war der Kongreß in einer Hurra-Stimmung. Heute schien er mehr geneigt zu sein, nüchternen Worten das Ohr zu leihen. Als ich aber diesen nüchternen Worten zugehört habe, da konnte ich mich des Gedankens nicht erwehren, daß auch diese nüchternen Worte vielleicht nicht ganz nüchtern waren. Zunächst hat unser Professor Warburg ein ausgezeichnetes Bild der Arbeit des Palästinaressorts in Palästina entworfen und geschildert, was alles getan wurde und was noch alles dort geschehen könnte. Darauf kam der Bericht von Dr. Tschlenow in ähnlichem Sinne. Dann folgte das Referat des Herrn Kann, ein Referat, das alle möglichen Theorien über Handel und Industrie uns brachte und ungefähr mit den Worten schloß: Ja, wir wollen in Palästina arbeiten, aber erst dann, wenn die Zeit dafür gekommen sein wird. Das ist die alte bekannte Klausel, die vielleicht, wenn wir sie nicht ein für allemal ausrotten, den Zionismus zugrunde richten wird. Wir wollen! Was heißt das, Herr Kann, wenn Sie sagen, wir wollen nicht mit dem Kopfe durch die Wand? Warburg hat den Kopf nicht durch die Wand gestoßen, er hat ihn auf sich, und trotzdem ist Arbeit in Palästina getan worden. (Beifall.) Aber, meine Herren, das ist nicht der einzige Gegensatz zwischen Wa r bürg* und Kann. Herr Kann schloß mit einein Zitat aus der „Frankfurter Zeitung", und dieses Zitat spricht von Ländern, die einst Paradiese waren und wieder Paradiese werden könnten. Ich hoffe, daß alle von Ihnen, die das erste Kapitel unserer Bibel gelesen haben und wissen, wo das Paradies einst lag, in dieses Land des Paradieses nie und nimmer zurückkehren wollen. Unser Erzvater Abraham mußte erst aus dem Paradieseslancle heraus, um ein Volk zu gründen. Später waren unsere Eltern in jenen Ländern Sklaven, Handelsgehilfen, Agenten, Exilsmenschen. Aber eine viel größere Differenz existiert zAvischeii War bürg und, sagen wir, Co wen. Wenn wir z. B. von War bürg gehört haben, daß die Baumwollkultur sich bewährt habe, lesen wir im Bericht von Co wen, daß in der Palästinabaumwollkultur der J. C. T. sein Geld verlor. So lesen wir in seinem Briefe: Da hat der J. C. T. 1000 £ verloren. Wenn wir von Herrn Prof. War bürg vom Erfolg des Palästina-Industriesyndikats hören, so erzählt Co we n, daß es sich bis jetzt nicht bewährt hat, und daß die Palestine Land Development Company überhaupt nur ein Spielzeug wäre.

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