Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 180 (sequence 180)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/3476254-3476272--3210-3479351- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 180 — Hier liegt eine sehr schwere Aufgabe vor. In den zwei Monaten, die ich dort war, habe ich sämtliche Konti durehgesehenr alle Rechnungen geprüft und mit den Kontrahenten persönlich gesprochen. Dabei bin ich zu dem Urteile gekommen, daß wir eher etwas zu viel tun als zu wenig. Bei der momentanen Lage des Landes ist es nicht möglich, derzeit für Palästina mehr zu tun. Das Land entwickelt sich rapid und damit auch die Tätigkeit der A. P. C. Wenn wir erst einen Export nicht von 25, sondern von 50 Millionen haben werden, dann werden wir nicht-ein Kapital von sechs, sondern von zwölf Millionen brauchen. Aber man kann nicht künstliche Unternehmungen schaffen, sondern darf sich nur mit solchen Unternehmungen befassen, die für das Land nötig sind und den Verhältnissen entsprechen. Ich möchte noch nicht scheiden von der A. P.C, ohne zu betonen: wir sind im Lande ein Faktor allerersten Rangesgeworden. Diese Anschauung habe ich gehört von jedem in Palästina, sei es von Bankleuten, sei es von der Ica, sei es von Kaufleuten, sei es von Juden und Arabern, darin sind sie alle einig, daß die A. P. C. zuerst Kapital ins Land gebracht hat, daß sie mit ihren vielen Filialen erst das richtige Leben im Lande entwickelt und die sozialen Verhältnisse belebt hat. Indem wir dort für die Juden arbeiten, arbeiten wir für die Entwicklung des uns teuren Landes und für das Wohl des ganzen ottomanischei} Pieiches. Ich habe selten die Vereinigung einer Tätigkeit gesehen, von der man so wie hier sagen kann: b'ad ami u b'ad arzi. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Nun wollen wir von den Tochterinstituten, von den Kindern zur Mutter übergehen: zum J. C. T. Ich will zuerst einige allgemeine Tatsachen konstatieren. In den zehn Jahren des Bestandes hat sich das Aktienkapital nicht stark vergrößert. Der gesamte Jahresverkauf beträgt seit 1902 18 784 £. Er wächst jedes Jahr fast gleichmäßig um 1500 £. Von unserer Tätigkeit, die außergeschäftlich ist, möchte ich einige kleinere Sachen erwähnen. Wir haben uns mit 22 000 J(> bei der Palästina-Handelsgesellschaft beteiligt, die mit 85°/o abgeschrieben wurden, und mit 10 000 e/^ am Palästina-Industriesyndikar. Nun kommen die Gründungen der A. P. C. und der A. L. B. C. neben der El-Arisch-Expediüon und der. Whitechapel Branch. Abgesehen von diesen Unternehmungen sind es nur reine Bankgeschäfte, die wir betreiben, meist solche, die mit dem Orient in Berührung stehen. Ein Avichtiger Zweig des Geschäfts ist auch der Export von Manchester nach dem Orient. Nun bleiben noch die andern Kapitalien. Was tun wir damit? Darauf ist die Antwort: wir tun damit alles, was einigermaßen einträglich und was liquid ist, aber in der Weise, daß das Geld zu jeder Zeit zur Verfügung steht.