Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 179 (sequence 179)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 179 — uns ein Beitrag von dem Esra dazu gegeben werden, wir bekommen zu unsern Bauten auch einen Kredit vom Nationalfonds. Dazu werden landwirtschaftliche Maschinen gekauft, eine Viehversicherung ist in Aussicht genommen usw. Nun komme ich aber zum allerwichtigsten Punkt unserer Tätigkeit in Palästina, das ist die Gewinnung oder Übernahme von Konzessionen. Ich brauche wohl nicht erst zu sagen, von welcher Wichtigkeit die Sache ist und mit welchen Mitteln wir daran gehen. Wissen wir doch, daß es sich hier darum handelt, erst die Drähte und Schienen — die Nerven und Muskeln eines Landes, — hineinzubringen. Seitdem die A. P. C. existiert, hat die Verwaltung alles mögliche in dieser Beziehung getan. Aber bis das neue Regime ins Leben trat, war es überhaupt ausgeschlossen, auf diesem Gebiete etwas zu erhalten. Seit der kurzen Zeit, da das neue Regime besteht und Hoffnung ist, etwas zu bekommen, haben wir alle Hände voll zu tun. Es liegt eine ganze Reihe von Projekten vor, für die man sich interessiert, und hier haben wir die sehr schwere Aufgabe, die beiden Seiten der Frage abzumessen. Denn wir wissen, wenn etwas bei diesen Unternehmungen mißlingt, handelt es sich nicht nur um das verlorene Geld, sondern auch um unser Prestige und um unsere Stellung; wir müssen immer eingedenk sein, daß wir in dieser Richtung keine Sünde begehen dürfen. (Zustimmung.) Anderseits dürfen wir aber auch keinen Mangel an Initiative zeigen, wir müssen alles unternehmen, was annehmbar ist. Zwischen diesen zwei Polen dreht sich die Achse unserer Tätigkeit, und ich hoffe, daß wir bald zu positiveren Resultaten kommen werden, als es bis heute in der Kürze der Zeit möglich war. Dies betrachten wir als unsere allerwichtigste Pflicht, und wir werden jedenfalls nichts unterlassen, w^as in dieser Richtung gemacht werden kann und gemacht werden soll. Was schließlich die finanzielle Seite betrifft, so läßt sich die Gewinnbildung der A. P. C. zwar noch nicht ganz genau berechnen, aber jedenfalls wird der Gewinn für 1909 ebenso wie 1908 über 100 000 Frs. betragen, also zumindest eine solche Dividende wie im vorigen Jahre resultieren, voraussichtlich eine bessere. (Lebhafter Beifall.) Es erübrigt noch, einige Worte zu sprechen über die Bankpolitik in Palästina. Wir haben dort eine sehr schwere Aufgabe. Vor allem gilt es, die Verhältnisse des Landes zu studieren; denn dort heißt es nicht, das fertige Material zu übernehmen, sondern dieses muß erst geschaffen werden. Ferner gilt es, eine gesunde kommerzielle Basis der ganzen Tätigkeit zugrunde zu legen. Weiter handelt es sich darum, einen gewissen Parallelismus zwischen der Tätigkeit der Bank und der Lage des Landes herzustellen, damit man nicht mehr unterstützt, als das Land vertragen kann, anderseits aber alles dasjenige unterstützt, w^as nötig ist. 12*