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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 163

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 163 (sequence 163)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476272--3193-3479334
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Ungefähr 60 Häuser, von schönen Straßenzügen durchzogen, in deren Mitte auf erhöhtem Platz das Hebräische Gymnasium aufragt, mit Wasserleitung und Kanalisation und allen hygienischen Einrichtungen einer modernen Stadt versehen, erheben sich in der j^ähe der Meeresküste und werden in Kürze eine Zierde der Stadt bilden. (Lebhafter Beifall und Händeldatschen.) Ein Mißklang störte nur die Harmonie des Erfolges, der leider von der Presse in ungebührlicher Weise aufgebauscht wurde. (Hört, hört!) Die Häuserbaugenossenschaft geriet nämlich in Streit mit der Vereinigung der jüdischen Arbeiter, welche, wie es scheint, zum Teil nicht ganz berechtigte Forderungen für ihre Beteiligung an der Arbeit stellten. Dieser Streit ist durch die Intervention der A. P. C. beigelegt worden. Es ist also eine Unwahrheit, wenn einzelne Blätter iDerichten, daß jüdische Arbeiter bei der Erbauung dieses Viertels nicht beschäftigt worden seien. Es ist vielmehr richtig, daß das Hebräische Gymnasium ausschließlich von jüdischen Arbeitern in Palästina errichtet wird, und bei den übrigen Häusern die jüdischen Bauhandwerker Jaffas Beschäftigung finden. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Ich betrachte es als eine ganz selbstverständliche Pflicht jeder jüdischen Organisation in Palästina, in allererster Linie unsere jungen jüdischen Arbeiterpioniere zu beschäftigen und zu fördern. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Anderseits müssen aber die Leiter dieser Arbeiterorganisationen sich dessen bewußt sein, daß man in einem jungen, erst im Werden begriffenen wirtschaftlichen Gemeinwesen bei Lohnkämpfen nicht nach demselben Grundsatze verfahren darf, wie dies in den großen kapitalistischen Zentren Europas vielleicht notwendig ist. Hier in Palästina kommt außer dem Klasseninteresse auch noch der nationale Gedanke in Frage. (Zustimmung.) Der Kapitalismus in Palästina ist noch nicht stark genug, daß er solchen Kämpfen und Schwierigkeiten gewachsen wäre. Man hat mit Unrecht dem Nationalfonds den Vorwurf gemacht, daß er in diese Streitigkeiten nicht eingegriffen habe. Diejenigen, die einen solchen Vorwurf erheben, mögen doch bedenken, daß die Verwaltung des Nationalfonds soweit von dem Schauplatz dieser Lohnstreitigkeiten entfernt ist, daß sie unmöglich ein Urteil in diesen Fragen fällen und ihren Einfluß nach der einen oder andern Seite mit genügender Energie geltend machen kann. Es wird Sache einer national-jüdischen Erziehung in Palästina sein, die Ursachen solcher Streitigkeiten zu beseitigen, Arbeit und Kapital zu versöhnen und zum Wettstreit für die Entwicklung unseres Landes zu vereinigen. Die Verwaltung des Nationalfonds wird jedenfalls bei allen diesen Fragen das nationale jüdische Interesse in die erste Linie stellen. ll*

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