Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 162 (sequence 162)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 162 — Jahres ungefähr 400 000 Mark beträgt. (Lebhafter Beifall.) Hierbei ist die Vermögensvermehrung, die der Nationalfonds durch die Spende des Hebräischen Schulgebäades seitens des Herrn Moser erfahren hat, noch nicht berücksichtigt. Es ist dies eine Rekordziffer, die wir bis jetzt noch nicht erreicht hatten. Eine organisatorische Schwierigkeit entstand dadurch, daß seinerzeit die Ölbaumspende durch die Gründung des eingetragenen Vereins;;Ölbaumspende" von dem Nationalfonds losgetrennt worden war. Diese Lostrennung war lediglich aus formellen Gründen erfolgt. Bei dieser Trennung ging das A. C. von der Voraussetzung aus, daß der Ölbaumfonds nach wie vor als ein Teil des N. F. von diesem verwaltet werden sollte. Die Leitung des Vereins Ölbaumspende war jedoch anderer Ansicht. Um den hieraus entstehenden Schwierigkeiten zu begegnen, wird es notwendig sein, daß der Kongreß seine Meinung dahin zu erkennen gibt, daß die Ölbaumspende zwar gesondert zu verwalten, jedoch als Teil des Nationalfonds zu betrachten sein soll. Vor einer schwierigen Frage stand sodann die Verwaltung des N. F. in der Angelegenheit der Schenkung, welche unser verehrter Gesinnungsgenosse, Herr Friedensrichter Moser, dem Nationalfonds in Form eines Schulgebäudes für eine höhere Schule in Jaffa zu machen beabsichtigte. (Lebhafter Beifall.) In der Presse und in Versammlungen wurde das A. C. und der Nationalfonds angegriffen in der falschen Voraussetzung, daß es sich um eine Schenkung handle, die der N. F. dem Hebräischen Gymnasium machen wolle. Wir haben nunmehr in der letzten Generalversammlung des N. F. die Mitteilung machen können, daß gerade der umgekehrte Fall vorliegt, nämlich, daß der Nationalfonds durch die Gewährung eines Beitrags von 30 000 Frs. zum Landerwerb für ewige Zeiten in den Besitz eines schönen Schulgebäudes gelangt, welches Herr Friedensrichter Moser mit einem Aufwände von über 100000 Frs. in Jaffa errichtet und dem N. F. geschenkt hat. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Die N. F.-Verwaltung glaubte im Interesse des jüdischen Volkes und gemäß den Bestimmungen seines hohen Zweckes zu handeln, wenn sie diese Spende dankend annahm. In der Zwischenzeit hat der N. F. auch den Plan, ein mustergültiges jüdisches Viertel in Jaffa zu schaffen, dadurch gefördert, daß er der A. P. G. einen Betrag von lU Millionen Frcs. zu diesem Zweck zur Verfügung gestellt hat. Die Frage der Bewilligung oder Nichtbewilligung dieser Kredite ist früher viel umstritten worden, aber die Stimmen, die sich hiergegen gewendet haben, sind zum größten Teil verstummt, nachdem jetzt dieses Viertel in Jaffa entsteht, und heute schon von allen Seiten bestätigt wird, daß dasselbe in hohem Maße dazu dient, das Ansehen der jüdischen Bevölkerung in Jaffa zu heben.