Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 158 (sequence 158)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 158 — Sie muß sich darauf beschränken, solche Unternehmungen durch ihre Finanzinstitute im bescheidenem Maße zu unterstützen. Hier muß in erster Reihe die Privatinitiative selbst eingreifen. Handelt es sich aber um irgendeine wirklich .große Sache, irgendeine große Konzession, dann werden wir wissen, was wir zu tun haben. Ich kann Ihnen mitteilen, daß gerade jetzt ein ausgezeichneter Mitarbeiter, Wasserbau - Techniker in niederländischem Staatsdienst, sich im Auftrage unserer Bank in Palästina befindet. Der betreffende Herr hat unentgeltlich seine Dienste angeboten (lebhafter Beifall und Händeklatschen), um über ein aktuelles Projekt sein Gutachten abzugeben. Wir wollen in Palästina arbeiten. Wir sind uns dessen vollkommen bewußt, daß jede größere Arbeit neues Leben in das Land bringt (lebhafter Beifall) und ein Ansporn für andere Unternehmungen sein kann. Aber wir wollen nicht mit dem Kopf durch die Wand; wir wollen sicher gehen, denn jedes Mißlingen kann unsere Sache gefährden, (Lebhafte Zustimmung.) Ich warne Sie davor, daß Sie sich imponieren lassen durch manche Projekte, von denen man Sie glauben machen will, daß die zionistische Organisation sie ausführen müsse. Diese Projekte sind zum großen Teil die reinsten Hirngespinste. (Lauter Beifall und Händeklatschen.) Und sie werden manchmal vorgeschlagen von Leuten, die nicht geschäftlich geschult sind und die dadurch zum Spielball werden von andern, denen es nur um ihre •eigene Tasche zu tun ist. Wenn irgendein Projekt von Bedeutung zur Ausführung gelangen «oll, dann sind dazu vorher ernste und kostspielige Vorarbeiten nötig, und diese Vorarbeiten erfordern wiederum Geld und Menschen. Wenn man diese Tatsachen aus. dem Auge verliert, und immerzu Neues in die Hand nimmt, ohne mit seinen Kräften Rechnung zu halten, dami gefährdet man das, was man in den vergangenen Jahren geschaffen hat und auf das wir heute mit Recht stolz sind. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Wir aber wollen das Erhaltene hüten, und wir wollen nach unsern Kräften weiter schaffen. Wir sind dabei nicht exklusiv; jeder ernste Mitarbeiter ist uns willkommen. Wir wollen mit allen zusammenarbeiten und jeden konkreten Vorschlag prüfen auf seinen Wert für das gesamte jüdische Volk. Wir denken nicht daran, wertlosen Konzessionen nachzustreben. Wenn wir etwas unternehmen, dann sollen auch die gestellten Bedingungen annehmbar sein. Denn wenn wir auch über Konzessionen und über industrielle Möglichkeiten sprechen, so wollen wir doch keine Konzessionsjäger sein; für solche ist der Moment in der Türkei auch nicht gerade günstig. Vor einigen Monaten schrieb die „Frankfurter Zeitung" (Hört, hört!):