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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 156

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 156 (sequence 156)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476272--3186-3479327
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— 156 — früh als spät! Denn sobald eine Generation herangewachsen ist, die erzogen ist im jüdischen Lande, die ihre Ausbildung.in jüdischem Geiste nach jeder Richtung hin dort erhalten hat, dann wird diese Generation mit der Judenfrage eher fertig werden, als wir auf unsern Kongressen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen,) Aber kehren wir zu unsern industriellen Möglichkeiten zurück. Es ist zwar sehr schön und gut, wenn die Industrie aus den Landesprodukten ihre Erzeugnisse herstellen kann, sie muß aber auch die Möglichkeit haben, diese Erzeugnisse dorthin zu bringen, wo man sie gut verwerten kann. Der Handel, der mit der Industrie und mit der Landwirtschaft immer Hand in Hand geht, braucht gute und schnelle Verkehrsmittel, damit die Güter rasch dorthin geschafft werden, wo dieselben bald und vorteilhaft verkauft werden können. Für die Industrie eröffnet sich da eine schöne Perspektive. Palästina braucht Wege und Brücken, Elektrizitätswerke und Wasserkraftanlagen, Eisenbahnen und Häfen, Quais und Handelseinrichtungen. Die Küstenfahrt ist schon heute von Bedeutung. Als Absatzgebiet kommt vor allem Ägypten in Betracht. Der Import ist von 473 000 £ im Jahre 1904 gestiegen auf 803 000 £ im Jahre 1908, und der Export von 295 000 £ auf 556 000 £. Alle östlichen Häfen des Mittelmeeres unterhalten rege Beziehungen mit Palästina. Mit der Zeit wird sich auch die Schiffahrt auf dem Toten Meer und dem See von Tiberias entwickeln. Der Fremdenverkehr wächst von Jahr zu Jahr und wird zweifelsohne, noch bedeutend zunehmen. Der Name Jerusalem wird immer seine Zugkraft behalten, und Plätze wie Tiberias, die Umgebung von Haifa und der Libanon sind für einen Erholungsaufenthalt wie geschaffen. Auf dem Gebiet des Hotelwesens ist in Palästina noch alles zu tun; gute Hotels gibt es dort nur sehr wenige. Aber das Hotelwesen kann man kaum mehr als zu der Industrie gehörend bezeichnen. Aus dem bisher Gesagten wird Ihnen klar sein, daß schon heute verschiedene Industriezweige gute Aussicht bieten, und zwar diejenigen in erster Reihe, die mit der Ackerbau- und Gartenwirtschaft in engem Zusammenhang stehen und die die Bearbeitung der Landwirtschaftsprodukte zum Zweck haben. Ich nenne Fabriken von Frucht- und Gemüsekonserven, Mehlmüllerei, Ölpressen zur Bearbeitung der in großen Mengen vorhandenen Olivenprodukte, ebenso Sesamölpressen. Als entwicklungsfähig darf hier genannt werden die Parfümerie und die Ölextraktproduktion, die bei ähnlichen Floraverhältnissen in den südeuropäischen Landern zur Blüte gelangt ist. Die meisten dieser Unternehmungen sind Kleinbetriebe, mit geringem Kapital und geringer Arbeiterzahl. Und dieses trifft im großen ganzen auch zu bei den Seifensiedereien, die die Ölproduktenabfälle bearbeiten, bei den Gerbereien und Lederfärbereien, bei der Wollwäscherei, und bei der Seilerei.

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