Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 155 (sequence 155)
- Language
- German, English, Hebrew
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- Haifa 1× ep/1047930
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ohne Beschäftigung sind. Vielleicht könnte für die Landbevölkerung diese Zeit durch irgendeine industrielle Arbeit ausgefüllt werden. Selbstverständlich darf dies nicht in eine Hausindustrie im schlechten Sinne des Wortes ausarten. Die Einführung von Kunstgewerbe ist hier am Platze, und nach dieser Richtung wird durch den Bezalel das Terrain einigermaßen vorbereitet. Wenn auch vorauszusehen ist, daß die Bevölkerung Palästinas sich hauptsächlich von der Land- und Gartenwirtschaft ernähren wird, so werden doch selbstverständlich industrielle Methoden dabei ihre Anwendung finden. Heutzutage ist das Dreschen ein industrieller Betrieb. Ebenso die Milchwirtschaft und die Butter- und Käsebereitung. Besonders eignen sich diese Industrien dazu, im Großen betrieben zu werden. Denn wenn auch die Entwicklung der Landwirtschaft in Palästina sich zum großen Teil nach der Richtung des Gartenbaues (von Gemüse und Obst) neigen wird, und diese Wirtschaft bei intensiver Kultur individuelle Behandlung fordert, und somit von Großbetrieb dabei kaum die Rede sein kann, so wird man sich doch für manche kommerzielle und industrielle Zwecke in Genossenschaften vereinigen, wie das übrigens schon heute üblich ist. Die Genossenschaften kaufen künstlichen Dünger, Viehfutter, Samen usw., und man hat Maschinen und Geräte für gemeinschaftlichen Gebrauch. Die Herstellung dieser Maschinen und Geräte geschieht teilweise im Lande selbst, aber ein großer Teil muß von auswärts bezogen werden. Soll die Industrie sich in Palästina weiter entwickeln, dann braucht sie vor allem technisch geschulte Arbeiter; und sie wird solche haben, sobald eine moderne technische Ausbildung im Lande selbst möglich ist. Die Zionisten zollen gewiß alle ihre aufrichtige Anerkennung denjenigen Vereinen und Privatpersonen, deren Arbeit es zu verdanken ist, daß bald ein jüdisches Institut für technische Erziehung in Haifa den Juden von Palästina die Gelegenheit bieten wird, sich technisch, jeder nach seiner Anlage, zu entwickeln. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Es existiert zwar schon in Jerusalem die Handwerksschule der Alliance und die Kunstgewerbeschule Bezalel, die Schöpfung von Schatz; allein das Institut in Haifa wird die Ausbildung viel weiter fortführen können, als dies bis jetzt in Palästina möglich war. Es ist in meinem heutigen Referat nicht der Platz, mich über das Unterrichtswesen in Palästina' zu verbreiten. Ich habe das getan in einer Arbeit, die der Jüdische Verlag dieses Jahr herausgegeben hat: Erez-Israel, Das Jüdische Land. Ich erwähne dieses nur deshalb, weil ich heute nochmals betonen möchte, daß auch in bezug auf eine technische Ausbildung die Erziehung der Jugend früh oder spät in die Hand genommen werden muß: und besser