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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 148

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 148 (sequence 148)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 148 — hältnisse insofern klar sind, daß wir beide angeführten Ursachen beseitigen werden. Das Land hat durch die Versuche unserer Pioniere seinen alten Ruf wieder gerechtfertigt. Die Kolonisten haben genügend bewiesen, daß sie sich dem Lande und den neuen Verhältnissen anpassen können. Nicht daran liegt die Schuld. Die Bedingungen der Ansiedlung — sie tragen die Schuld, daß unsere Sache bis jetzt so langsam vor sich, gegangen ist. Diese hemmenden Schwierigkeiten waren dreifacher Natur: politischer, kolonisatorischer und finanzieller. Das alte Regime mit der Unsicherheit, dem herrschenden Willkürsysteni konnte wenig anziehend wirken. Zwar haben sich manche dadurch zu sichern gewußt, daß sie ausländische Untertanen blieben; es war ihnen aber klar, daß dies ä la longue kein richtiger Weg ist; bei den türkischen Agrargesetzen und Bräuchen konnten sie ihr Eigentum nicht juridisch formell sichern; außerdem hat dieser Zustand ihnen, bei dem zwar beständig vorhandenen Schutz, doch das Gefühl der Unstandhaftigkeit gegeben. . . Die Agrargesetze, insbesondere das des Oschers, die Art seiner Einziehung, lieferten eine weitere, sehr empfindliche Schwierigkeit derselben Natur. Und in dieser Richtung waren wir ganz außerstande, irgendwie abzuhelfen, da die Schwierigkeiten vom allgemeinen Zustande der politischen Gestaltung in der Türkei abhängig waren. Etwas anders könnte es aussehen in der Richtung der andern Hemmnisse, die wir angeführt haben; doch, wie wir gleich sehen werden, waren wir auch hier, bis zur letzten Zeit,» nicht im Stande, mit Erfolg an ihrer Beseitigung zu arbeiten. Denn zu ihrer Beseitigung müßten wir Einrichtungen schaffen, die wir bei dem frühern Regime nicht schaffen konnten. Ich spreche von langfristigem Kredit und von Vorbereitungsarbeiten für diejenigen, die sich ansiedeln wollen. Keine Kolonisation kann auf Leute rechnen, die alles mitbringen, was sie nötig haben. Solche kommen vor, aber als Ausnahmen. Ein Kreditinstitut ist das erste und wichtigste Bedürfnis jeder Siedlung, insbesondere jeder neuen. Unsere Kolonien konnten in Palästina sich verwirklichen nur dank der Unterstützung des Barons Rothschild, zu kleinem Teile auch der Chowewe- Zion-Gesellschaften. Seit aber der erstere seine Tätigkeit in Palästina eingeschränkt hat, ist auch diese Hauptquelle versiegt. Was der Bodenkredit für die Entwicklung eines Landes leistet und bedeutet, können wir an dem Beispiele des jetzt aufblühenden Ägyptens sehen. Wir haben zu Kreditbedürfnissen in Palästina eine Bank geschaffen. Diese trägt aber den Charakter einer Kommerzbank mit kurzr fristigen Handelsoperationen. Im besten Falle konnte sie den Kolonisten Betriebskredit schaffen. Für den Bodenkredit der Ansiedler ist nichts geschaffen worden. Und darin liegt eins der größten Hemmnisse, das wir beseitigen müssen; je schneller, desto besser.

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