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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 149

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 149 (sequence 149)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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Ebenso wichtig ist das Fehlen jeder Einrichtung, die die vielen und schweren Hindernisse jeder neuen Siedlung beseitigen könnte. Sonderbar ist es, daß. während die Notwendigkeit eines Kreditinstituts schon von Anfang an wenigstens prinzipiell klar war, sogar einige Versuche, wenn auch resultatlose, gemacht worden sind, die elementare Bedeutung einer kolonisatorischen Einrichtung bei uns immer im Schatten blieb. Man dachte, unserer Sache dienen zu können, wenn man ein Stück Boden kaufte und ihn, oft ganz unbebaut, den Ankommenden empfahl. Und wenn dieser oder jener es uicht kaufte, zog man daraus den Schluß, daß die Ankommenden es gar nicht ernst mit der Ansiedlung meinten. Das Verdienst des Professors Dr. Warburg und Dr. Ruppins ist es, diese eminent wichtige Aufgabe in den Vordergrund gerückt zu haben. Die Gründung der Pal. Land Devel. Comp, war eben diesem Zwecke gewidmet. Und die Verwirklichung der dort entwickelten Ideen wird eine der Grundlagen unserer Arbeit in der nächsten Zukunft bilden. Der Neuankommende kann nicht allein Wege anlegen, Brunnen graben, den Boden kulturfähig machen, sich Sicherheit verschaffen. All dies wird überall vom Staat oder von Kolonisationsgesellschaften besorgt. Die preußischen Ansiedlungskommissionen besorgen z. B. bei der Bildung von Rentengütern überall die sogenannten öffentlichrechtlichen Verhältnisse (Straßenbau, Kirche, Schule). Sie sorgen auch für die Gründung von Arbeitermietswohnungen in den Rentengütern und Arbeiterkolonien in der Nähe von Städten. Nur wir. haben auch in dieser Richtung bis nun fast nichts geleistet und klagten nur, daß die Kolonisation langsam vorwärts gehe, daß die Zahl der Arbeiter nicht rasch zunehme. Dies sind die dreifachen Schwierigkeiten, die so außerordentlich hemmend auf unsere kolonisatorische Tätigkeit einwirkten. Worin aber liegt die Ursache, daß wir sogar der Lösung der Kreditfrage, deren Wichtigkeit doch für uns klar war, auch nicht näher getreten sind? Die Ursache lag in den allgemeinen Verhältnissen des Landes. Mancher haben wir schon oben Erwähnung getan. Wir sahen, daß das türkische Gesetz keine juridische Person kennt, und daß anderseits die Kolonisten fast alle ihr Eigentum nicht rechtmäßig auf ihren Namen eingetragen haben, teilweise, weil sie ausländische Untertanen sind, teilweise, weil überhaupt die Eintragung eine schwierige und kostspielige Sache bildet. Bei solchen Verhältnissen wären Kreditoperationen mit sehr großen Schwierigkeiten und Risiko. verbunden, denn als Darlehngeber und Darlehnnehmer hätten nicht diejenigen Institutionen und Leute fungieren können, die es in Wirklichkeit sind. Man kann sich natürlich in einzelnen Fällen auch bei den jetzigen anormalen Verhältnissen sichern, wie es die J. C. A. und unsere Bank auch tun. Aber als Grundlage für Operationen in weiterem Umfange können diese Verhältnisse durchaus nicht

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