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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 145

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 145 (sequence 145)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 145 — uns einen Teil der damals von uns gesammelten Gelder reserviert haben, um dauernd helfen zu können, so sind wir jetzt in der Lage, in palästinensischen Waisenhäusern eine große iinzahl dieser unschuldigen Opfer frevelhafter Bestialität in jüdisch-nationalem Sinne erziehen und zu guten Palästinensern heranwachsen zu lassen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Mögen sie später durch ihre Arbeit ihrem neuen Vaterlande das entgelten, was es für sie getan hat. Denn das wollen und dürfen wir nicht vergessen, wenn schon die alte Türkei sich unserer Stammesgenossen stets freundschaftlich angenommen hat, das neu erstandene ottomanische Reich wandelt nicht nur in den gleichen Bahnen, sondern zu verschiedenen Malen wurde von maßgebender Seite im ottomanischen Parlament sowohl als auch von Ministern deutlich aasgesprochen, daß die •ottomanischen Juden stets als gleichberechtigte Brüder betrachtet werden sollen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Natürlich haben unsere Stammesgenossen in Palästina auch ihrerseits wieder Pflichten gegenüber ihrem neuen Vaterlande, aber diese werden sie voll und ganz erfüllen als treue Staatsbürger des ottomanischen Reiches. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Aber mit welchen Mitteln sollen wir allen diesen aufgezählten Kulturaufgaben gerecht werden? Das ist unsere bange Frage. Der Nationalfonds ist für agrarische Zwecke festgelegt, die Bank darf Gelder nur wirtschaftlich rentablen Zwecken hergeben, die Schekelgeldergenügennochnieht einmal zur Aufrechterhaltung der Organisation, und die Ölbaumspende wird erst nach vielen Jahren Erträge bringen. Also unsere bisherigen Fonds versagen sämtlich; etwas Neues muß geschaffen werden. Da hat denn im vorigen Jahre das Große Aktionskomitee beschlossen, zu diesem Zwecke einen Kulturfonds zu gründen. Bisher ist freilich auf die Aufrufe hin nur ein kleiner Betrag zusammengekommen, 5000 ist das ganze Ergebnis der Sammlung gewesen, was läßt sich hiermit schaffen? Soll denn noch für viele Jahre hindurch unsere Hilfe für die kulturellen Institutionen in Palästina in Worten bestehen? Sollen wir uns begnügen, wie bisher als Almosen einige hundert Mark für Turngeräte in Jaffa und ebensoviel für das grundlegende hebräische Wörterbuch von Ben- Jehuda in Jerusalem auszugeben und dann weiter nichts zu tun? Der Nationalfonds vermehrt sich jedes Jahr um mehrere hunderttausend Mark und findet vorläufig in Palästina noch keine genügende Verwendung für seine schnell zunehmenden Geldmittel. Wieviel könnte der Kulturfonds mit einem kleinen Bruchteil des jährlichen Zuwachses des Nationalfonds leisten? Er kann sich aber hauptsächlich deshalb nicht entwickeln, weil alle brauchbaren Werbemittel schön vom Nationalfonds vorweg genommen sind. Sollen wir nicht hier überlegen, ob es recht ist, dem Erstgeborenen alles zu geben, und dem Nachgeborenen nichts zu überlassen, alles den 10

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