Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 142

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 142 (sequence 142)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
97% known words query
IRI
…/3476254-3476272--3172-3479313
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

— 142 — Kreise, da die von ihm unter der hingebenden Leitung von Frau Dr. Thon in Jaffa eingeführten Handarbeiten, bisher speziell die syrischen Nadelarbeiten, die gleichfalls hier aasgestellt sind, einen großen Absatz finden und Tausende von Mädchen und Frauen in Nahrung setzen können. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Auf die eigentlichen industriellen Möglichkeiten Palästinas brauchen wir uns hier nicht einzulassen, da ein besonderes Referat dieselben behandeln wird. Von zionistischer Seite ist bisher noch nicht viel für die Industrie getan; das Palästina-Industriesyndikat, an dem der J. C. T. interessiert ist, ist zwar eifrig an der Arbeit, beteiligt sieb aber fürs e-rste nur mit kleinen Summen an einzelnen industriellen Unternehmungen von Privatpersonen. Auch unsere Bank beginnt neuerdings, industriellen Aufgaben ihre Aufmerksamkeit zuzuwenden. In bezug auf den Handel hat die Anglo Palestine Company hingegen schon recht Erhebliches geleistet. Auch arbeitet sie mit etwa zwanzig von ihr begründeten Leihgenossenschaften für Kolonisten, Handwerker und Händler und fördert auf diese Weise neben dem Handel auch gleichzeitig die Landwirtschaft und das Handwerk. Zum Schluß noch einige Worte über die Förderung der Kulturbestrebungen in Palästina. Darüber, daß der Zionismus hierbei an erster Stelle tätig sein .sollte, herrscht keine Meinungsverschiedenheit. Die Frage ist nur, was läßt sich hierbei mit den uns nur zur Verfügung stehenden geringfügigen Geldmitteln leisten, und wie ist es möglich, diese Mittel zu vermehren? Zweifellos ist die Organisierung der palästinensischen Juden «twas, das nur relativ geringer Mittel bedarf; ganz entbehren läßt sich aber die geldliche Beihilfe auch hierbei nicht. Man kann zwar Turn- und Sportvereine gründen, die Lehrer, Winzer, Orangenpflanzer usw. zu Verbänden und Vereinen zusammenschließen, man kann aber keine Turnhallen oder Sportplätze bezahlen; fehlt den Lehrern ihre Publikationsschrift, den Pflanzervereinigungen ihr Sekretariat, so ist auf lange Dauer dieser Vereinigungen nicht zu rechnen. Von den Schulen brauchen wir hier nicht zu sprechen, denn es bedarf großer Mittel, um erheblichen Einfluß auf sie beanspruchen zu. können, abgesehen davon, daß durch nichts leichter als durch die Schulfrage Zwiespalt in unsere Bewegung kommen könnte. Erfreulicherweise hat der Hilfsverein der Deutschen Juden mit glücklicher Hand in das palästinensische Schulwesen eingegriffen (lebhafter Beifall und Händeklatschen) und eine Reform erzielt, der sich auch die Schulen der AUiance Israelite Universelle auf die Dauer nicht werden entziehen können.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.