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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 141

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 141 (sequence 141)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 141 — sprechend dem achten Teil Palästinas, mit 12000 Bauernwirtschaften besiedelt. Auch polnische und deutsche Privatbanken mit nur wenigen Millionen Mark Kapital haben nach der gleichen Methode Hervorragendes geleistet. Aber auch reiche Stammesgenossen, die sich größere Landkomplexe in Palästina kaufen wollen, um dort Pflanzungen anzulegen, Viehzucht im großen zu betreiben oder Baumwolle resp. Zuckerrohr zu bauen, werden durch den Agrarkredit wesentlich unterstützt werden können. Wenn auch der Großgrundbesitz nicht gerade als demokratisch bezeichnet werden kann, so ist es doch, im Interesse der Beschäftigung einer größern jüdischen Arbeiterschaft einerseits, und der Ausarbeitung neuer Kulturen, wie z. B. des Baumwollbaues, der auf diese Weise jetzt mit Erfolg in Palästina eingeführt wird, anderseits wünschenswert, daß solche größeren Landgüter zwischen den bäuerlichen Betrieben eingestreut existieren. Eine von 10 Gesinnungsgenossen begründete Plantagengesellschaft, die sich in Galiläa besonders dem Baumwollbau zuwenden will, hat hiermit schon den Anfang gemacht. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) WTenn wir bei der Landwirtschaft solange verweilten,, so geschah es, weil diese noch für geraume Zeit in Palästina der wichtigste ökonomische Faktor sein wird. Manche glauben zwar, daß man durch Förderung der Industrie schneller zum Ziel kommen würde, da in derselben mit geringerem Kapital mehr Leute ihr Brot finden können. Aber es läßt sich nicht verhehlen, daß die Aussichten der Industrie in Palästina noch für lange Zeit keine allzu großen sein können. Das Handwerk resp. das Kleingewerbe wird selbstverständlich in Palästina ebensogut seinen Boden haben wie in andern Ländern, aber es hat doch nur lokale Bedeutung, mit der einzigen Ausnahme des Kunstgewerbes. Das Kunstgewerbe kann sich nämlich in Palästina mächtig entwickeln, dank der Bedeutung dieses Landes für die meisten großen Kulturvölker. Die kunstgewerblichen Erzeugnisse Palästinas werden, wenn sie nur dem Geschmacke der verschiedenen Länder Rechnung tragen, überall gern gekauft werden, und daher wird unsere unter der Leitung des hier anwesenden Professor Schatz (stürmischer, langanhaltender Beifall und Händeklatschen) herrlich aufblühende Kunstgewerbeschule „Bezalel", die unterdessen ein schönes, vom Nationalfonds ihr zur Verfügung gestelltes Haus bezogen hat, von mächtigem Einfluß auf die ökonomische Lage der Bevölkerung werden können. Die hier im Kongreßhause zur Aufstellung gelangte Ausstellung ihrer Erzeugnisse gibt den besten Beweis für die schnelle Entwicklung dieses für Palästina so wichtigen Instituts. Auch der auf dem letzten Kongreß im Haag begründete, gleichfalls erfreulicherweise emporblühende Verband jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina erregt das Interesse der weitesten

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