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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 139

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 139 (sequence 139)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 139 — gelingen, wo die wilden Stammformen heimisch sind und die Wüste in der Nähe ist; und ein solches Land ist Palästina. Die zweite Aufgabe ist die Siedlungsgenossenschaft. Bei der Schwierigkeit der Frage und der Ungewißheit einer erfolgreichen Lösung haben wir beschlossen, für das kommende Jahr erst einmal einen Miniaturversuch zu machen, in einer Lage, die uns besonder? günstig hierfür scheint, und einem Material, das sich gut hierfür eignen dürfte. Es'ist zu früh, Näheres hierüber zu sagen. Bei Versuchen, deren Gelingen immerhin zweifelhaft ist, sollte möglichst wenig Geräusch gemacht werden. Es ist zweifellos eine der wichtigsten Aufgaben, die wir zu lösen haben: Wie verhelfen wir denjenigen Stammesgenossen, welche über keine oder nur wenig Mittel verfügen, zu einer sichern Existenz in der Landwirtschaft Palästinas? Als ländliche Arbeiter für die Dauer qualiiizieren sich vorläufig nur diejenigen Juden gut, die sich an palästinensisches Klima und palästinensische Lebensverhältnisse schon angepaßt haben. Dazu sind besonders geeignet die Juden aus Yemen in Südarabien (lebhafter Beifall und Händeklatschen), die jetzt in großer Anzahl nach Palästina einwandern; sie sind bedürfnislos in jeder Beziehung und als Arbeiter sehr beliebt, aber ihre Leistungen stehen ungefähr nur auf der Stufe derjenigen der Fellachen. Auch die Juden aus Aleppo, Tripolis, Bagdad kommen hierfür in Frage. Die osteuropäischen Juden hingegen sind zwar intelligenter und in jeder Beziehung leistungsfähiger, aber auch weniger bedürfnislos und mehr geneigt, sozialistischen Idealen in Palästina nachzustreben. Sie in Masse auf den größeren Unternehmungen als Arbeiter zu beschäftigen, ist nach den bisherigen Erfahrungen nicht anzuraten. Einzeln haben sie sich gut bewährt, doch dringen sie immer darauf, früher oder später als selbständige Bauern oder wenigstens Pächter angesiedelt zu werden, und verlieren leicht den Mut, wenn sie keine Hoffnung auf Verwirklichung dieser ihrer Wünsche zu haben glauben. Während die eingeborenen Juden also mehr als Arbeiter für die Ölbaumspende in Betracht kommen, bilden die osteuropäischen Juden das geeignete Material für die Lehrfarm und. später für die Siedlungsgenossenschaften oder, soweit sie über einige Mittel verfugen, auch als Pächter und spätere Eigentümer für die Parzellierungsgesellschaften. (Lebhafter Beifall.) Eine weitere Aufgabe ist aber die. solche Personen, welche größere Mittel zur Änsiedlung besitzen oder durch die Parzellierungsgesellschaften schon angesiedelt sind, weiterhin mit Kredit zu unterstützen. Es handelt sich hierbei also um Ameliorations- und Betriebskredit, der aber in den meisten Fällen nur gewährt werden kann, wenn Sicherheiten gegeben werden. Die von den Landleuten am leichtesten für Kreditunterlagen verwertbaren Sicherheiten sind nun. bekanntlich das Land selbst und

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