Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 137 (sequence 137)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 137 — getreten ist, besitzt unsere Bewegung in Palästina eine wirklich selbständige Vertretung. Bis dahin hatte zwar der Direktor der Anglo Palestine Company unsere Angelegenheiten besorgt, aber er ist als Leiter einer jetzt schon nicht unbedeutenden Bank viel zu beschäftigt, um dem Palästinaressort dauernd zur Verfügung zu stehen und auch zu beliebiger Zeit Reisen machen zu können. Seitdem sind nun die Arbeiten in und für Palästina in raschem Tempo vorangegangen. Jetzt erst sind wir in der Lage, die verschiedenen Fonds, die wir für Palästina besitzen, auch wirklich dort zu verwenden. Namentlich der Nationalfonds entfallet bereits eine nicht unbedeutende Tätigkeit in Palästina, gemeinsam mit der Ölbaumspende, die im Sommer 1908 in Gestalt eines eingetragenen Vereins eine rechtliche Form erhalten hat und nun im größern Stil ihre schon 1907 begonnenen Arbeiten fortsetzen konnte. Auf zwei dem Nationalfonds gehörenden Landgütern wurden Baumschulen für Ölbäume angelegt, und auf dem einen, bei Hulda, nahe der Eisenbahnstation Sedjed, halbwegs zwischen Jaffa und Jerusalem, ein schönes, im orientalischen Stil gehaltenes Administrationshaus für den Herzlwald gebaut. Zu Beginn 1910 werden dort zirka 30 ha bepflanzt werden, während bei Beth Arif, nahe Lydda, zirka 50 ha bepflanzt werden sollen. Beide Wälder sollen bis auf je 15000 Bäume innerhalb drei Jahren vergrößert werden, während man gleichzeitig einen dritten Wald in Galiläa anzulegen gedenktfür die zwei Wälder reichen die schon jetzt vorhandenen Fonds aus, die Ende dieses Jahres bereits zirka 180000 Jt betragen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Wir erwarten bestimmt, daß die Einnahmen in Zukunft noch bedeutend steigen werden, so daß wir nicht einen Wald jährlich anzulegen vermögen, sondern mehrere (Beifall und Händeklatschen) und Palästina bald mit den Pflanzungen der Ölbaumspende übersät sein wird. Wenn jeder Sehekelzahler jährlich nur einen Baum pflanzen würde, so könnten wir jedes Jahr 1000 ha Land in Palästina als Volksdomänen aufforsten (lebhafter Beifall und Händeklatschen), und unsere für Kulturzwecke in Palästina verwendbaren Einnahmen daraus würden später um mindestens 300000 Francs jährlich zunehmen. (Beifall und Hochrufe.) Aber auch für die Gegenwart wäre schon viel geleistet, da mindestens zehn jüdische Familien jedes Jahr neu angesiedelt werden könnten, welche durch die landwirtschaftlichen Arbeiten innerhalb der Ölbaumwälder ihren Unterhalt erwerben würden. Während es noch vor wenigen Jahren hieß, der Jude eigne sich nicht für die Landwirtschaft, haben die letzten Jahre gezeigt, wie unrichtig diese Annahme ist. Sowohl die jüdische landwirtschaftliche Kolonisation in Argentinien als auch die in den Vereinigten Staaten und Kanada entwickelt sich von Jahr zu Jahr besser, und wir können sogar mitteilen, daß, — wie der Agronom