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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 135

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 135 (sequence 135)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 135 — die Agrikultur und Industrie fördern, und zwar noch in möglichst demokratischem Geist; aber nur mit Worten? Man wollte die palästinensische Judenheit organisieren und heben, speziell durch Heranziehung neuer intellektueller Kräfte; aber konnte das durch Briefe geschehen? Man wollte Reformen in bezug auf Verwaltung und Recht durchsetzen; würde eine Eingabe oder gar eine Deputation an den Sultan dafür genügen? Natürlich war die'Palästinakommission mit den ihr zur Verfügung gestellten minimalen Mittein nicht imstande, sich auf solche zwar großzügigen, aber gänzlich undurchführbaren Arbeiten einzulassen. Sie beschränkte sich vielmehr auch weiterhin darauf, das zu tun, was ihr allein möglich war, aber Von den Gegnern jeder Palästinaarbeit geringschätzig als Kleinarbeit bezeichnet wird. Die Ölbaumspende, die sehr klein begann und als Kinderspielzeug bezeichnet wurde, wurde ausgebaut und fing an, sich zu entwickeln; die Forschungsarbeiten wurden fortgesetzt: die Zeitschrift „Altneuland" diente auch weiterhin der Palästinapropaganda und bildete einen Sammelpunkt für wirtschaftliche Fragen betreffs Palästina. Ferner wurde der Pflänzlings verei n;;Paläs tin a" begründet, der jedem ermöglicht, getreu der talmudischen Tradition ein Stückchen Land in Palästina sein eigen zu nennen und den Nutzen daraus zu ziehen in Gestalt einer aus Früchten des Landes bestehenden Palästinagabe. Vor allem aber wurde, wenn auch mit kleinen Mitteln, ein Palästina-Industriesyndikat ins Leben gerufen, dessen Aufgabe es sein sollte, nach Kräften neue Industrien in Palästina einzuführen. Der Achte oder Haager Kongreß hatte dann den Erfolg, daß der Übergang der Palästinaarbeit von der Theorie und Phraseologie in die Aktivität und Praxis offiziell gutgeheißen und anerkannt wurde. Die Palästinadebatte beherrschte den Kongreß und bildete seine Signatur. Es handelte sich hierbei, wohlverstanden, nicht mehr darum, ob in Palästina schon vor der Erreichung des Endziels: der öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte, gearbeitet werden solle, — das war schon in den frühern Kongressen zugunsten der Palästinaarbeit entschieden, — die Frage war vielmehr die. auf welchem Wege und mit welchen Methoden in Palästina gearbeitet werden solle. Für die Arbeit der Bank in Palästina waren z. R. alle, und niemand erhob mehr Einspruch, daß dieselbe unterdessen in Jerusalem, Beirut und Hebron Filialen errichtet hatte. Geteilt waren hingegen die Ansichten noch über den Nutzen derjenigen Arbeiten, welche die Palästinakommission geschalten hatte. Manche hegten nämlich die Befürchtung, daß diese nicht geradeswegs auf das Endziel des Zionismus hinführten, sondern vielleicht davon ablenken und zur Zersplitterung der Bewegung beitragen könnten. Die Anhänger dieser Palästinaarbeit wiederum betonten demgegenüber, daß die Gründung von Banken in Palästina

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