Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 134 (sequence 134)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 134 — Ein weiterer wichtiger Beschluß war die Auf hebung der Bestimmung,, aus den Nationalfoiidsgeldern Ländereien in Palästina erst dann anzukaufen, wenn dieser die Höhe von 200000 £ erreicht haben werde. Jetzt kam die Arbeit in und für Palästina wirklich in Fluß. Die Zeitschrift „Altneuland* entstand, eine geologische Expedition nach Palästina wurde subventioniert, das Interesse für Palästina wurde auch in westlichen Ländern durch Vorträge und Ferienkurse erweckt, Landankäufe für Rechnung des Nationalfonds wurden begutachtet, welche für eine genossenschaftliche Siedlung, für eine Lehrfarm, für eine landwirtschaftliche Versuchsstation dienen sollten, Vorschläge für Anpflanzungen von Ölbäumen auf Kosten und zugunsten der Allgemeinheit wurden ausgearbeitet, und außerhalb der zionistischen Bewegung, aber doch im engen Anschluß an sie wurde die Kunstgewerbeschule „Bezalel" in Jerusalem gegründet. Der Siebente Kongreß (1905) beschäftigte sich, nachdem die Ugandaalfaire glücklich abgetan war, noch intensiver mit der Palästinaarbeit, indem er beschloß, die systematische Ausgestaltung unserer Positionen in Palästina in Angriff zu nehmen, und zwar durch allseitige Erforschungsarbeit, Förderung von Agrikultur, Industrie usw. in möglichst demokratischem Geist. Ferner verlangte der Kongreß die kulturelle und ökonomische Organisation und Hebung der palästinensischen Judenheit durch Heranziehung von neuen intellektuellen Kräften, sowie die Erstrebung der für die Hebung Palästinas notwendigen Reform in bezug auf Verwaltung und Recht. Man erkennt aus diesen ins Weite gehenden, jedes konzisen Zieles entbehrenden Beschlüssen die Jugendlichkeit des Palästinismus unserer Bewegung. So spricht man nur, wenn man sich der Schwierigkeiten, die sich einem bei jedem Fortschreiten entgegenstellen, nicht bewußt ist, während reifere Bewegungen sich ihre Ziele enger stecken, schrittweise vorzudringen suchen und, wenn möglich, auch in ihrem Programm innerhalb des bald Erreichbaren bleiben. Aber auch diese Thesen konnten nur durch Kompromisse durchgesetzt werden; schon der Ausdruck: „in möglichst demokratischem Geist* ist ein solcher Kompromiß, ebenso der Beschluß: „jede planlose unsystematische und philanthropische Kleinkolonisation, die nicht in den Rahmen des Punktes I des Baseler Programms fallen würde, abzulehnen/' sowie auch der Beschluß: „für Rechnung des Jüdischen Nationalfonds so lange keine Bodenkäufe zu machen, als sie nicht auf sicherer rechtlicher Grundlage geschehen können/ Die Grundlinien und die Grenzen der Palästinaarbeit waren hiermit zwar festgelegt, jetzt galt es aber, das große Gebiet auch tatsächlich auszufüllen. Man wollte Palästina allseitig erforschen,, aber mit welchen Mitteln? Von der Studierstube aus? Man wollte