Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 133 (sequence 133)
- Language
- German, English, Hebrew
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Heferat über die Palästinaarbeit der Zionistischen Organisation Die Palästinaarbeit bildete stets einen der Angelpunkte der zionistischen Bewegung. Schon der Erste Kongreß (1897) nahm unter den Mitteln zur Erreichung einer öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte in Palästina als erstes in Aussicht: die zweckdienliche Förderung der Besiedlung Palästinas mitjüdischen Ackerbauern, Handwerkern und Gewerbetreibenden. Schon der Zweite Kongreß (1898) beschäftigte sich bereits mit Anträgen auf Errichtung von Musterwirtschaften und Ackerbauschulen, und es wurde ein Kolonisationsausschuß gebildet, welchem die Erforschung Palästinas und die Vorbereitung einer planvollen Kolonisation nach erlangter Erlaubnis seitens des Sultans obliegen sollte. Der Dritte Kongreß (1899) bezeichnete bekanntlich den Beginn der auf Erlangung eines Charters für Palästina gerichteten Politik Herzls, und hierzu sollten vor allem die Mittel der unterdessen gegründeten Kolonialbank dienen. Gleichzeitig sollte als Vorarbeit die methodische Erforschung Palästinas in Angriff genommen sowie ein Zusammenarbeiten mit den bestehenden Kolonisationsvereinen angebahnt wTerden. Der Vierte Kongreß (1900), der in London abgehalten wurde, beschloß die Schaffung des für Landkauf in Palästina bestimmten Nationalfonds und bewilligte kleine Unterstützungen für die Nationalbibliothek in Jerusalem und die Mädchenschule in Jaffa. Der Fünfte oder sog. Winterkongreß in Basel (1901) verlangte die Errichtung einer Geschäftsstelle der Kolonialbank in Palästina, ferner wurden verschiedene Beschlüsse bezüglich der palästinensischen Land- und Kolonisationsfragen gefaßt sowie kleinere Unterstützungen bewilligt. Waren die meisten Beschlüsse dieser Kongresse bezüglich Palästinas ohne praktische Konsequenzen geblieben, weil das Organ fehlte, um sich in der Zwischenzeit zwischen den Kongressen mit Palästina zu befassen, so bildete der Sechste Kongreß (1903) insofern einen Markstein, als gleichzeitig mit der Ugandabewegung eine starke palästinistische Gegenbewegung einsetzte, die energisch eine praktische Betätigung in Palästina forderte. Es wurde zur Vorbereitung hierfür eine Palästinakommission eingesetzt zur Erforschung des Landes, zur Errichtung einer landwirtschaftlichen Versuchsstation sowie zur Herausgabe einer Zeitschrift über Palästina. Auch bildete die Gründung der Anglo Palestine Company in Jaffa den ersten praktischen Schritt der Betätigung in Palästina.