Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 130 (sequence 130)
- Language
- German, English, Hebrew
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eine graue Farbe heraus, die graue Farbe der Wirklichkeit (Lebhafte Zustimmung), wie wir sie hier in unserm lieblichen Hamburg so schön die ganzen Tage gesehen haben. (Heiterkeit.) Wir sind nach der x\bstammung Kinder des Südens; wir erwarten Sonnenschein, das finden wir hier nicht. Aber wer lange im Süden gelebt, •— und wir haben hier Vertreter von Palästina, — sehnt sich nach kühler Temperatur und nach Regen. Das finden Sie aber hier auch nicht, Sie finden die Mitte, die herauskommt, wenn man Regen und Sonnenschein, Kälte mit warmer Temperatur mischt. Das ist im Fazit die Wirklichkeit, im Fazit dasjenige, was aus unserer Bewegung als Niederschlag übrigbleibt, wenn die Stürme der Begeisterung und die AVellen und Wogen der Entrüstung ausgetobt haben. Wir sind jetzt nach zwei Tagen bei dieser Stimmung, angelangt, und diese Stimmung müssen Sie sich zu eigen machen, wenn dasjenige, was ich vortragen werde, auf Sie Eindruck machen soll. Bevor ich aber mit diesem sachlichen Bericht beginne, muß ich leider schon auf einige Fragen eingehen, die ich vielleicht sonst in meinem Schlußworte berührt hätte. Da sie aber schon vorher erwähnt worden sind, möchte ich sie gleich im Eingange erledigen. Sie haben alle den Brief von Mr. Gowen erhalten, und Sie haben auch meine Antwort auf den ersten Brief gesehen. Er hat aber in seinem ihnen zugestellten zweiten Briefe noch einige Bemerkungen gemacht, und da muß ich kurz darauf eingehen. Mr. Co wen betrachtet dies als Privatsache, wenn ich. richtig verstanden habe. Ich betrachte die Sache selbstverständlich auch als eine Privatsache. Aber da sie nun einmal verbreitet worden ist, also diese Bemerkungen jedem von Ihnen bekannt geworden sind, werden Sie mir es auch nicht verübeln, wenn ich einige derselben richtigstelle; auf alle kann ich mich hier nicht einlassen. Das, was mich am meisten gekränkt hat, ist die Bemerkung, die er über die Pression auf die Bank zur Beteiligung sagt. Er sagt nämlich: „Eine Pression, welche Sie persönlich auf die Direktoren ausübten, die sie zwang, an Unternehmungen teilzunehmen, an welche Sie selbst nicht glaubten/' Das ist eine Insinuation, die ich ihm übel nahm, daß ich für etwas arbeite, woran ich selbst nicht glaube. Ein zweiter Vorwurf, der mich persönlich weniger angeht, den ich aber im Interesse der Allgemeinheit zurückweisen muß, ist, daß er die Ölbaumspenden und ähnliche Sachen als Schnorrerbewegung betrachtet. Vielleicht ist dies in England kein so unangenehmer und häßlicher Ausdruck wie im Deutschen. Eine Unternehmung, an der man selbst nicht persönlich interessiert ist und die gemeinnützige Zwecke verfolgt, als Schnorrerbewegung zu bezeichnen, ist in Deutschland nicht Sitte. (Lebhafter Beifall.) Wir alle sind gewohnt, und wir Juden ganz besonders, eine offene Tasche