Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 120 (sequence 120)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 120 — 28 Jahren für unsere Sache gearbeitet hat, und ich glaube, es ist keiner hier, der nicht seine Arbeitanerkennen würde. Ich muß ihm also schon ausführlich antworten, zumal er einige Irrtümer begangen hat, gewiß ohne Absicht. Er spricht immer davon, es sei absolut nichts geschehen, er meint, alles, was geschehen sei, das habe noch Herzl geschaffen. Nur was Herzl geschaffen hat, das hätten wir fortgesetzt und erhalten. Nun, ich gestehe es offen, es war eine Periode nach Herzls Tod, in der es viel mehr Arbeit verursachte, die Erbschaft zusammenzuhalten, als sie zu vermehren. (Beifall und Händeklatschen.) Und dennoch sind wir nicht ganz untätig gewesen, und es wäre ein großes Unrecht von mir, wenn ich nach außen hin, da man nur die Schattenseiten hervorgehoben hat, nicht auch zeigen würde, was wir geschaffen haben. Als Herzl starb, da sind wir Waisen gewesen, arme Waisen. Wir hatten eine Kolonialbank, die noch nicht ausgebaut war.: wir hatten die A. P. C. begründet, die erst mit der Arbeit begonnen hatte und sehr langsam vorwärts ging. Seit dem Tode Herzls hat die A. P. C. ihr Kapital um das Doppelte vermehrt; wir haben seitdem vier Filialen in Palästina gegründet und haben auch eine Bank und eine Vertretung in Konstantinopel eingerichtet. Wir haben in Palästina ein Palästinaamt eingesetzt und auch sonst gearbeitet, soweit es mit unsern Mitteln möglich war. Daß wir nicht mehr geschaffen haben, — ich will nicht sagen, daß Sie daran schuld sind, — ich will nicht sagen, daß Sie mehr geredet als gearbeitet haben, aber keineswegs trifft die Schuld die Leitung, die ja nur das ausführen kann, was die Zionisten ihr geben, was die Zionisten schaffen. Dann aber ist es auch nicht richtig, daß wir gar keine neuen Gresichter sehen. Es ist bereits darauf hingedeutet worden: Aus Rußland sehen wir allerdings leider keine neuen. Wenn ich aber den Kongreß hier ansehe, da sehe ich sehr viele neue Gesichter aus dem Westen, aus allen Ecken und Enden. Aus Rußland sind tatsächlich wenig neue gekommen, ich will nicht untersuchen, warum. Mir ist aber gesagt worden, weil man es dort nicht verstanden hat, neue Kräfte heranzuziehen, und weil man ausgezeichnete gute Kräfte von sich gestoßen-hat. (Hört, hört!). Herr Dr. Tschlenow sprach dann von der Autorität, und ich rief dazwischen: Die wird untergraben! Ich habe bereits heute vormittag gesagt: Wenn von den leitenden Männern des Zionismus in Rußland in den Zeitungen und in den Reden nur immer die Schattenseiten der Leitung hervorgehoben werden, wenn nur immer das schlimmste von der Leitung gesagt wird, nie ein anerkennendes Wort, ist das ein Mittel zur Erhöhung der Autorität? Das ist ein Mittel zur Untergrabung der Autorität. (Zustimmung.) Sie tun das nicht nur hier, sondern überall, in Vereinen und in den Zeitungen. (Zustimmung.) Ich sage nicht, mit böser Absicht, ich setze keinen bösen Willen voraus, ich sage nur: Das trägt bei zur