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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 119

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 119 (sequence 119)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 119 — In den westeuropäische» Ländern, NVO wir frei sind, haben wir Zionisten einen Nachwuchs. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Der zionistische Nachwuchs wird gedeihen/ nicht durch Zänkerei auf dem Kongreß, nicht durch Kritik der Parteileitung, nicht durch Kleinarbeit, sondern durch den großen nationalen, jüdischen Gedanken. Wir haben dem Judentum, dein Zionismusseine Unbefangenheit genommen. Gehen Sie dem Zionismus seine Jugend und seinen Idealismus wieder, geben Sie dem jüdischen Volke seinen Zionismus zurück! (Stürmischer Beifall und Händeklatschen.) Präsident Dr. Nordau: Geehrter Kongreß! Ich höre, daß es den Ordnern sehr erschwert wird, im Saale Ruhe und Ordnung herzustellen. Die Ordner haben eine außerordentlich schwierige Aufgabe und es ist ihre 'Pflicht, mit aller Energie dafür zu sorgen, daß wir unsere Arbeit in Kühe und Ordnung erledigen können. Ich bitte alle Delegierten freundlichst, die < )rdner hierbei zu unterstützen; und diejenigen, die nicht Delegierte sind und sich im Saale befinden, bitte ich, sich von den Delegierten nach der Seite hin zu trennen. Das Schlußwort zur Debatte hat nun Präsident Welffsöhn. Präsident Wolffsolm (mit stürmischem Beifall empfangen): Geehrter Kongreß! Als ich heute vormittag zu Ihnen sprach, begann ich damit, daß ich die Luft reinigen will, und ich glaube, es war gut. Es war gut, daß die Kongreßmitglieder im Kongreß selbst und nicht in der Landsmannschaft und in den kleinen Gruppen erfuhren, wie es bei uns aussieht. Ich werde jetzt keine große polemische Rede halten, ich will Sie nicht weiter ermüden. Ich habe dem, was ich heute vormittag gesagt habe, nur wenig hinzuzufügen; aber einige Berichtigungen muß ich doch vorbringen, welche mir von großer Bedeutung zu sein scheinen. Ich will nicht auf die Rede von Dr. Weitzmann eingehen. Als ich ihn während seiner Rede fragte: Habe ich das gesagt? da antwortete Dr. Weitzmann: Nein, aber gedacht werden Sie es haben. Ich glaube aber, daß über meine Gedanken Dr. Weitzmann kaum so orientiert sein wird, daß er sie hier genau zum Ausdruck bringen kann. Ich halte es unter meiner Würde, mich dagegen zu verteidigen, daß ich auch nur im entferntes!en au Schnorrer und Verschwörer gedacht habe. Darüber brauche ich kein Wort zu verlieren. G< sagt habe ich es gewiß nicht, und ich habe auch nie daran gedacht. Dr. Loewe hat es schon zurückgewiesen. Ich möchte nur noch sagen, daß Dr. Weitzmann immer und immer wieder dieselben Kassandrarufe ertönen läßt, immer klagt, daß wir nicht vorwärtskommen. Gewiß, auch ich hätte Ursache, zu klagen; aber ich muß doch anderseits sagen, daß wir auch vorwärts gekommen sind. Es bedarf auch manchesmal der Ermutigung, und ich halte es für unrecht, wie ich heute vormittag schon sagte, daß man bei einer Bilanz immer nur die eine Seite berücksichtigt und nicht auch die andere. Mit Dr. Tschlenow muß ich mich schon eingehender beschäftigen, schon wegen seiner Person, die wir alle ohne Ausnahme hochschätzen. Auch mir ist bewußt, daß Tschlenow schon vor

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