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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 117

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 117 (sequence 117)
Language
German, English, Hebrew
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— 117 — Von den andern Eednern nacli Pasmanik hat zwar kein einziger solche persönlichen Angriffe gemacht, aber sie haben alle diese Angriffe dick unterstrichen, weil kein einziger sich dagegen verwahrt hat. (Sehr wahr!) Was ist Zionismus? Praktische Arbeit? Politische Arbeit? Agrikulturarbeit? Kulturelle Arbeit? Alles das! Aber das erschöpft in keiner Weise sein Wesen; der Zionismus ist die Regeneration des jüdischen Volkes. Das Volk auf dem Wege nach Jerusalem. Der Zionismus muß alle Eichtungen vereinigen, die religiösen und irrreligiösen, die freien und die konservativen, alle Nuancen, alle Gruppen finden in dem Zionismus ihren Platz. Aber wir müssen einen Punkt haben, in dem alle diese Arbeit zentralisiert ist. Ein Komitee, zerstreut in alle Welt, ist kein Aktionskomitee. Ich bin nicht Protestant genug, um gerade gegen die katholische Stadt Köln Front zu machen. (Große Heiterkeit.) Aber Berlin? — Um Gottes Willen nicht! -— Berlin? Da könnten Sie jüdische, zionistische Weihnachtsbäume erleben. (Stürmische Heiterkeit und Beifall.) Bringen Sie das Aktionskomitee meinetwegen, nach Antwerpen, avo eine kleine jüdische Bevölkerung ist, die wirklieh jüdisches Leben darstellt, aber nicht nach Berlin. Sie wollen einen Adler an der Spitze haben, — in Berlin werden sie kaum einen Sperling haben. (Heiterkeit und heitere Zustimmung.) Sie machen für den' Stillstand in der Bewegung Wolffsohn verantwortlich. Das entspricht nicht den Tatsachen. Die Zustände in Rußland sind schuld. Schuld ist das Gallith, das Galuth in Rußland, das Gallith auch hier. Soll Wolffsohn dein ein Endo machen? Wenn das so leicht geht, so inachen Sie also diesem Galuth ein Ende! (Heiterkeit und sehr wahr!) (Zuruf: Faule Witze!) Diese faulen Witze sprechen zum Herzen des jüdischen Volkes. (Lebhafter Beifall.) Wir wären sofort einig, wenn wir imstande wären, ein Aktionskomitee zu bilden, das in drei Tagen das Galuth aus der Welt schaffen kann. Wir müssen den Tatsachen ins Gesicht sehen. Auch ich habe die Rede Nordaus nicht angenehm empfunden, aber nicht, weil sie unrichtig ist, sondern weil sie leider richtig ist. (Lebhafte Zustimmung.) Man hat uns vorgeschlagen, wir sollen so schnell wie möglich das Aktionskomitee nach Konstantinopel verlegen. Nach Jerusalem wäre mir noch lieber. Aber da hört die Aktion auf. Der Hausherr wird beim Verhandeln immer im Vorteil sein gegenüber dem Mieter. (Sehr wahr!) Und dann, der Faden zwischen der zionistischen Parteileitung und der Hohen Pforte darf nicht so straff gespannt sein, daß er bei tler leisesten Berührung zerreißen könnte. Einzelne. Vorwürfe gegen die Leitung sind berechtigt, auch der Präsident wird sie anerkennen, auch ich habe Wünsche und Kritik, aber das Kredit überwiegt weit das Debet. Sie sagen, das E. A. C. hat nichts für die Ausbreitung des Zionismus getan. In Ungarn ist der Zionismus überhaupt erst möglich geworden dadurch, daß Wolffsohn im rechten Moment interveniert hat, und wenn wir heute 20 Delegierte aus Ungarn hier haben, so ist das das Verdienst der Leitung. (Zustimmung.) Von dem Präsidenten wollen Sie neue Gedanken. Aber wo sind denn die neuen Gedanken, die vom Kongreß, die von Delegierten kämen? Ich habe nur einen einzigen neuen Gedanken gehört, von Pasmanik: Alle bewußten Zionisten müßten sich moralisch verpflichten.

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