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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 107

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 107 (sequence 107)
Language
German, English, Hebrew
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— 107 — Zionismus verbunden. (Stürmischer Beifall und Händeklatschen.) Herr Wolffsolm ist der Präsident der zionistischen Partei, und wer ihn unfähig und vielleicht unehrlich schimpft, hat den Zionismus besehimpft. (Erneuter stürmischer Beifall und Händeklatschen. — Unruhe.) Ist Herr WolfFsohn wirklich allein an allem schuld? Nein, Herr Wolffsolm ist nur mitschuldig, aber die Schuld trägt er nicht allein. Auf den Schultern eines Mannes kann nicht die gigantische Arbeit der Leitung der ganzen Partei ruhen. (Lebhafte Zustimmung. — Unruhe.) Meine verehrten Herren! Unsere Arbeit liegt nicht in Köln, auch nicht in Berlin, sondern unsere Arbeit liegt zu Hause, und dort wurde nichts getan. (Sehr richtig!) Das Verbrechen der Untätigkeit im eigenen Heim rächt sich am Kongreß. Wir sind nicht hierher gekommen, um Phrasen zu dreschen. Ich will bei der Gelegenheit von meinem engern heimatlichen Kreise sprechen. Bei uns wird Landespolitik getrieben. Jeder vernünftige Jude und Mensch wird einsehen, daß es notwendig ist, im Interesse des Judentums und im Interesse des Zionismus die Juden national zu organisieren, um ihre eigenen nationalen Hechte natioual zu vertreten. Aber dies soll in erster Linie im Dienste des Zionismus geschehen. Der Zionismus darf nicht die Macht sein, um bloß die G-efühle für verschiedenartige Zwecke zu peitschen. Kommen Sie zu uns und sehen Sie, welche Verheerung angerichtet wurde. Heute liegt der Zionismus darnieder. (Unruhe.) Schauen Sie die Vereine an. Bei uns arbeiten die zionistischen Organisationen fast gar nicht. (Rufe: Sie sind doch auch im Komitee! Wo waren Sie? Sie haben gefaulenzt!) Prof. Warburg ist Zeuge, daß ich gearbeitet habe, so viel zu arbeiten möglich war. (Ruf: Das ist leicht zu sagen!) Wenn dessen ungeachtet der Zionismus noch bei uns lebt, ist es dem Umstände zuzuschreiben, daß der zionistische Gedanke eine innere gesunde Kraft in sich trägt, daß er sich nicht ausrotten läßt. Hätten wir weiter im Lande alles in den Dienst des Zionismus gestellt, so hätten wir heute ander«.» Resultate und Erfolge in Galizien, als wir tatsächlich haben. (Ruf: Waruni tun Sie es nicht?) Die Sünden rächen sich hier am Kongreß! (Hufe: Zur Sache!) Es ist hier Herrn W^olffsohn der Vorwurf gemacht worden, daß er die galizische Bank nicht subventionieren wollte. Glauben Sie mir, ich bin ein ganz guter Jude und ganz guter Galizianer, und in erster Linie bin ich Zionist. Wenn wir aber eine Bank haben, ist sie in erster Linie für Palästina und nur für Palästina, aber nicht für den Golus bestimmt. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Wir haben unser Geld nicht für Rußland, Galizien, Rumänien usw., sondern nur für Palästina. (Ruf: Für Juden!) Damit will ich nicht die unerhörte Indolenz rechtfertigen, die in der Kolonialbank herrscht. Gestern wurde erwähnt, daß der gottselige Herzl gesagt hat, wir brauchen jüdisches Geld! Wenn wir es heute nicht haben, so ist das die Schuld der Bank. Für die Bank haben wir gearbeitet und eine große Menge Geldes gesammelt, um sie für zionistische Zwecke anzulegen, und die Bank hat uns enttäuscht. Bei dieser Gelegenheit will ich gleichzeitig — und ich glaube, die Herren werden mit mir einig sein — unserer Entrüstung über den Überfall auf Prof. Warburg Ausdruck geben. Prof. War bürg ist der Liebling aller

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